Volon A 40 Krist Sus Amp (5X1 ml)

Hersteller Emra-Med Arzneimittel GmbH
Wirkstoff Triamcinolon
Wirkstoff Menge 36,31 mg
ATC Code H02AB08
Preis 44,51 €
Menge 5X1 ml
Darreichung (DAR) KRI
Norm N2
Volon A 40 Krist Sus Amp (5X1 ml)

Medikamente Prospekt

Triamcinolon36.31mg
(H)Benzyl alkoholKonservierungsstoff9.9mg
(H)Carmellose, NatriumsalzHilfsstoff
(H)Natrium chloridHilfsstoff
(H)Polysorbat 80Hilfsstoff
(H)Wasser, für InjektionszweckeHilfsstoff
(H)Gesamt Natrium IonZusatzangabe<1 (1)mmol
Gesamt Natrium Ion<23mg
[Basiseinheit = 1 Milliliter]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • intravenöse Anwendung
  • intravitreale Anwendung
  • Kinder < 12 Jahre
  • Anwendung im Wachstumsalter erfordert sehr strenge Indikationsstellung
  • länger dauernde Therapie:
    • Magen-Darm-Ulzera
    • schwere Osteoporose
    • psychiatrische Anamnese
    • akute Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Varizellen)
    • Amöbeninfektion
    • HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
    • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen
    • tuberkulöse oder syphilitische Hautprozesse
    • systemische Mykosen und Parasitosen
    • Poliomyelitis
    • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
    • periorale Dermatitis
    • Rosacea
    • Abszess
    • eitrige Infektionen
    • Krampferkrankungen
    • Myasthenia gravis
    • Eng- und Weitwinkelglaukom
  • intraartikuläre Injektion / Infiltration:
    • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks oder des Applikationsbereiches
    • bakterielle Arthritiden
    • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
    • Psoriasisherd im Applikationsbereich
    • Blutungsneigung (spontan oder durch Antikoagulantien)
    • periartikuläre Calcifikation
    • nicht vaskularisierte Knochennekrose
    • Sehnenruptur
    • Charcot-Gelenk
  • intrafokale Anwendung
    • hämorrhagische Diathese
    • Therapie mit Antikoagulatien vom Cumarin-Typ
    • aktuelle Blutungen
    • Tumore im Bereich der Punktionsstelle
    • erhöhter Hirndruck
    • Injektionen im Bereich infizierter Haut
    • Injektionen nahe von oder durch Psoriasisherde
    • schwere Allgemeininfektionen
    • bei erhöhter Blutungsneigung
  • intramuskuläre Anwendung
    • idiopathische, thrombozytopenische Purpura
    • bei Jugendlichen < 16 Jahren
  • Hinweise
    • intraartikuläre Gabe von Glucocortikoiden erhöht substanzimmanent die Gefahr
      einer Gelenkinfektion
    • längerfristige und wiederholte Anwendung von Glucocortikoiden in gewichttragenden Gelenken kann zu einer Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderung im Gelenk führen, Ursache möglicherweise Überbeanspruchung des betroffenen Gelenks nach Rückgang der Schmerzen und Symptomen
    • bei bestehender Infektion nur unter gleichzeitiger spezifischer antiinfektiöser Therapie anwenden
    • bei Tuberkulose in der Anamnese (cave: Reaktivierung!-) Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz
    • Diabetiker haben ein eventuell erhöhten Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika
    • regelmäßige Blutdruckkontrolle bei Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck
    • sorgfältige Überwachung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, da Gefahr einer Verschlechterung besteht
    • bei schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation, bei Divertikulitis, bei Enteroanastomosen (unmittelbar postoperativ) wegen der Gefahr einer Darmperforation nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung angewendet werden
    • Vorsicht bei
      • schweren Muskelerkrankungen
      • Neigung zu Thrombosen und Embolien
      • metastasierenden Karzinomen,
      • akuter Glomerulonephritis und chronischer Nephritis

Art der Anwendung



  • zur intramuskulären, intraartikulären, intrafokalen und subläsionalen Injektion
    • keine i.v. Injektion, gilt speziell für
      • Gesicht (oberhalb des Mundes)
      • Kopfhaut
      • intraglutäale Injektion
    • Injektion mit größter Vorsicht
      • streng aseptisch arbeiten (Infektionsgefahr).
      • intravasale Injektion vermeiden
  • subläsionale Unterspritzung dermatologischer Herde
    • 1 ml Kristallsuspension mit einer Spritze aufziehen
    • Herde ganz flach zwischen Cutis und Subcutis unterspritzen
    • bei Keloiden
      • Arzneimittel direkt in das Narbengewebe spritzen
      • nicht s.c.
  • intramuskuläre (systemische) Anwendung
    • grundsätzlich langsam und tief intraglutäal injizieren (nicht intravenös, nicht subkutan)
      • Entstehung von Gewebeschwund kann weitestgehend vermieden werden
    • nach Injektion sterilen Tupfer 1- 2 Min. fest auf die Injektionsstelle pressen
      • Rücklaufen der Suspension in den Stichkanal wird vermieden
    • mind. 1 cm zwischen den Applikationsstellen einhalten
    • Lokalisation der Injektion und das Injektionsvolumen sorgfältig abstimmen
      • mögliche Hautatrophie wird vermieden
  • intraartikuläre Anwendung
    • Depots im subkutanen Fettgewebe vermeiden
    • Haut wie zur Operation vorbereiten
    • unbeabsichtigte Injektion in periartikuläre Weichteile lässt den Effekt der intraartikulären Applikation vermissen
      • wirkt ähnlich wie eine intramuskuläre Injektion
    • Gelenkkapsel nicht zu sehr dehnen
    • Injektionsnadel sollte aussen nicht mit der Injektionslösung +ACY-quot,kontaminiert+ACY-quot, werden
      • Gefahr einer subkutanen Atrophie
    • wiederholte intraartikuläre Injektion kann in manchen Fällen zu einer Gelenkinstabilisierung führen
      • Röntgenkontrolle
    • Komplikationen wie verstärkte Schmerz, lokale Schwellungen bei weiterer Einschränkung der Gelenkmobilität, Fieber und Übelkeit
      • an mögliche septische Arthritis denken
      • Triamcinolonacetonid absetzen
  • intrafokale Behandlung
    • fächerförmig in das Gebiet der größten Schmerzhaftigkeit verteilen
    • größere Depots sind zu vermeiden
  • Infiltration
    • Arzneimittel wird in den Bereich des stärksten Schmerzes bzw. der Sehnenansätze infiltriert
    • keine intratendinöse Injektion
    • Injektionen in kurzen Abständen vermeiden
    • streng aseptische Kautelen beachten

Handhabung

  • Suspension gleichmäßig aufschütteln
  • Gummikolben der Fertigspritze vor Gebrauch kurz nach hinten ziehen, um ein besseres Gleiten zu gewährleisten
  • Kristallsuspension vor dem Aufziehen auf Klumpen oder eine Agglomeration der Kristalle inspizieren
    • keine Anwendung bei Agglomeraten
  • nach dem Aufziehen sofort injizieren, um Absetzen der Kristalle in der Spritze zu vermeiden

Dosierung



Basiseinheit: 1 ml Kristallsuspension enthält 40 mg Triamcinolonacetonid

  • Allgemeinbehandlung (intramuskulär)
    • Dosierung stets individuell und nach Krankheitsbild und Ansprechen auf die Therapie
    • Erwachsene und Jugendliche (> 16 Jahre)
      • zur Allgemeinbehandlung: 1 ml (40 mg Triamcinolonacetonid) i.m.
      • bei schweren Erkrankungen: bis zu 80 mg Triamcinolonacetonid i.m.
      • zur Behandlung des Heufiebers und anderer saisonaler allergischer Erkrankungen: 1 ml (40 mg Triamcinolonacetonid) 1mal / Jahr während des Polleflugs
      • Injektionsintervall (falls mehrere Injektionen erforderlich sind): mind. 4 Wochen
  • Lokalbehandlung
    • intraartikuläre Anwendung
      • Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
        • kleine Gelenke (z.B. Finger, Zehen): bis 10 mg Triamcinolonacetonid
        • mittelgrosse Gelenke (z.B. Schulter, Ellenbogen): 20 mg Triamcinolonacetonid
        • grosse Gelenke (z.B. Hüfte, Knie): 20 - 40 mg Triamcinolonacetonid
        • Beteiligung mehrerer Gelenke: bis zu 80 mg Triamcinolonacetonid
        • Hinweis: für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid pro 1 ml Kristallsuspension)
        • bei Ergüssen
          • zunächst abpunktieren
            • schnellere Schmerzfreiheit
            • keine unnötige Verdünnung des Kortikoid
        • Injektionsintervall: 3 - 4 Wochen
        • max. Anzahl von Injektionen / Gelenk: 3 - 4 pro Jahr
    • intrafokale Behandlung von Bursitis
      • Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
        • kleinere Gebiete: bis 10 mg Triamcinolonacetonid
        • größere Gebiete: 10 - 40 mg Triamcinolonacetonid
        • Hinweis: für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid /pro ml Kristallsuspension)
        • Injektionsintervall bei wiederholter Anwendung: 3 - 4 Wochen
    • intrafokale paravertebrale Behandlung einer Perineuritis, einer zervikalen, thorakalen und lumbalen Periarthritis bei Spondylarthropathie sowie einer zervikalen, thorakalen und lumbalen Radikulopathie
      • Injektion nach Prüfung auf korrekte Lage der Kanüle
      • Dosierung und die Anzahl der Injektionen abhängig von
        • der Art der Applikation (je präziser an den Herd gespritzt wird desto niedriger kann die Dosierung gewählt werden)
        • der Krankengeschichte des Patienten (aufgrund der Verteilungsrestriktion benötigen operierte Patienten mit intraspinalen Narben oft höhere Dosen des Präparates bzw. eine größere Anzahl von Injektionen)
        • der Intensität der Symptomatik
      • i.d. Regell 1 ml Kristallsuspension (40 mg Triamcinolonacetonid) / Injektion ausreichend
      • ggf. Dosiswiederholung bis zum Abklingen der Symptomatik 3mal in 4 - 21 tägigen Abständen
      • insgesamt max. 8 Injektionen
      • Injektionsintervall mit zunehmender Anzahl an Applikationen auf bis zu 3 Wochen vergrößern
      • keine Besserung nach der 3. Injektion: Behandlung abbrechen
      • zur intrafokalen Behandlung von Tendinitis, Tendovaginitis und Epikondylitis wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid / ml Kristallsuspension)
    • subläsional bei bestimmten Dermatosen
      • subläsionale Unterspritzung:
        • Richtdosis: 1 mg Triamcinolonacetonid / cm2 Hautläsion
        • Injektionsintervall bei wiederholter Anwendung: 3 - 4 Wochen
      • Behandlung mehrerer Herde
        • tägl. Maximaldosis: 30 mg Triamcinolonacetonid
        • Kinder
          • tägl. Maximaldosis: 10 mg Triamcinolonacetonid
      • Hinweis:
        • für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid pro 1 ml Kristallsuspension)

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche < 12 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen
    • generell strenge Indikationsstellung für Anwendung von Glukokortikoiden im Wachstumsalter
    • keine ausreichenden Daten zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
  • ältere Patienten
    • Anwendung nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung (Osteoporose-Risiko erhöht)

Indikation



  • systemische (intramuskuläre) Anwendung
    • allergische Rhinitis, bei schweren Verlaufsformen und Versagen einer Lokaltherapie
  • lokale Anwendung
    • intraartikulär zur Behandlung von
      • nach Allgemeinbehandlung verbleibender Entzündung in einem oder wenigen Gelenken bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen
      • exsudativer Arthritis bei Gicht und Pseudogicht
      • aktivierter Arthrose
      • Hydrops articulorum intermittens
      • akuten Formen der Periarthropathia humeroscapularis
      • als Zusatz bei intraartikulärer Injektion von Radionukliden oder Chemikalien bei chronischer Entzündung der Gelenkkapsel-Innenschicht (Synoviorthese)
    • intrafokal bei
      • Bursitis
      • Perineuritis
      • Zervikaler, thorakaler und lumbaler Periarthritis bei Spondylarthropathie
      • Zervikaler, thorakaler und lumbaler Radikulopathie
        • Hinweis: zur intrafokalen Behandlung von Tendinitis, Tendovaginitis und Epikondylitis wird eine niedrigere Wirkstärke empfohlen.
    • subläsional bei bestimmten Dermatosen
      • isolierte Psoriasisherde
      • Lichen ruber planus
      • Lichen simplex chronicus (Neurodermitis circumscripta)
      • Lupus erythematodes chronicus discoides
      • Alopecia areata
      • Keloide
  • Hinweis:
    • Kristallsuspensionen sollten vorrangig zur intraartikulären Therapie großer Gelenke eingesetzt werden
    • hierbei können Suspensionen mit geringer Kristallgröße eine bessere lokale Verträglichkeit besitzen
    • Suspensionen mit langer Verweildauer im Gelenk sollten bevorzugt verwendet werden, da sie eine längere lokale Wirksamkeit aufweisen
    • die Therapie kleiner Gelenke sollte wegen der geringeren Gewebsreizung vorrangig mit wässrigen Lösungen oder mikrokristallinen Suspensionen erfolgen
    • es empfiehlt sich zur Infiltrationstherapie bevorzugt wässrige Glukokortikoid-Lösungen (oder mikrokristalline Suspensionen) zu verwenden, um Kristallreaktionen und insbesondere Sehnenschäden und Sehnenruptur zu vermeiden
    • bei dem Präparat handelt es sich um eine Kristallsuspension mit einer mittleren Partikelgröße von etwa 10 +ALU-m

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • mäßige Leukozytose
      • Lymphopenie
      • Eosinopenie
      • Polyglobulie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Überempfindlichkeitsreaktionen bis zu anaphylaktischen Reaktionen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwächung der Immunabwehr
      • Maskierung von Infektionen
      • Exazerbation latenter Infektionen
      • allergische Reaktionen
  • Endokrine Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hirsutismus
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • v.a. bei Langzeittherapie:
        • adrenale Suppression
        • Induktion einer Cushing-ähnlichen Symptomatik
          • Vollmondgesicht
          • Stammfettsucht
          • Plethora
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Störungen der Sexualhormonsekretion z.B.
        • menstruelle Unregelmäßigkeiten
        • Hirsutismus
        • Amenorrhoe
        • Impotenz
      • postmenopausale vaginale Blutungen
      • verminderte Glucosetoleranz
      • gestörter Glucosemetabolismus
      • Diabetes mellitus
      • Wachstumshemmung bei Kindern
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Natriumretention mit +ANY-dembildung
      • vermehrte Kaliumausscheidung (cave Rhythmusstörungen!-)
      • Bulimie
      • Hypercholesterinämie
      • Hypertriglyceridämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Depressionen
      • Gereiztheit
      • Euphorie
      • Antriebssteigerung
      • Appetitsteigerung
      • Psychosen
      • psychische Störungen
      • Schlafstörungen
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pseudotumor cerebri (insbesondere bei Kindern)
      • Konvulsionen
      • Manifestation einer latenten Epilepsie
      • Erhöhung der Anfallsbereitschaft bei manifester Epilepsie
      • Synkope
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • Neuritis
      • Parästhesien
  • Augenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Katarakt, insbesondere mit hinterer subcapsulärer Trübung
      • Glaukom
      • Exophthalamus
      • Corneaperforation
      • Verschlechterung der Symptome bei Hornhautulcus
      • Begünstigung viraler, fungaler und bakterieller Entzündungen am Auge
      • Blindheit (im Zusammenhang mit subläsionaler Injektion im Bereich der Augen berichtet)
      • unter systemischer Corticoid-Therapie:
        • erhöhtes Risiko einer zentralen serösen Chorioretinopathie
      • verschwommenes Sehen
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Herzinsuffizienz
      • Arrhythmien
      • nekrotisierende Angiitis
  • Gefässerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypertonie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Erhöhung des Arteriosklerose- und Thromboserisikos
      • Vaskulitis (auch als Entzugssyndrom nach Langzeittherapie)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Magen-Darm-Ulcera, einschließlich Perforation
      • gastrointestinale Blutungen
      • Pankreatitis
      • Dyspepsie
      • abdominelles Spannungsgefühl
  • Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hitzegefühl und Rötung, v.a. an Kopf und Stamm (Flush)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Exanthem
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Atrophie an der Injektionsstelle
      • Striae rubrae
      • Teleangiektasien
      • erhöhte Kapillarfragilität
      • Purpura
      • Petechien
      • Ekchymosen
      • Hypertrichose
      • Miliaria
      • Follikulitis
      • Steroidakne
      • verzögerte Wundheilung
      • periorale Dermatitis
      • Erythema des Gesichts
      • lokale Pigmentationsstörungen (Hypo- oder Depigmentation)
      • reversible Lipomatosen unterschiedlicher Lokalisation z.B.
        • epidural
        • epikardial
        • mediastinal
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Muskelschwäche
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelatrophie
      • Osteoporose (auch kurze Anwendung niedriger Dosen kann Knochenverlust bewirken)
      • aseptische Knochennekrosen (Kopf des Oberarm-, Oberschenkel- und Unterschenkelknochens)
      • peri- und intraartikuläre Verkalkungen
      • Sehnenschädigungen (auch Rupturen möglich)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • A1g-deme
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • lokale Reizungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Unverträglichkeitserscheinungen
        • Hitzegefühl
        • Rötung
        • Schwellung
      • Kristallsynovitis
      • Infektionen
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtszunahme
      • Gewichtsverlust
      • erhöhter intraokulärer Druck

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

  • intraartikuläre Anwendung
    • jede Gelenkpunktion kann zu Verletzungen von Gefäßen, Nerven sowie periartikulären und artikulären Strukturen führen
    • intraartikuläre Gabe erhöht substanzimmanent die Gefahr einer Gelenkinfektion
    • sie ist zu unterscheiden von einer Kristallsynovitis, die bereits nach wenigen Stunden auftritt, keine Allgemeinsymptome macht und in wenigen Tagen wieder abklingt (Auftreten einer Kristallsynovitis u.a. abhängig von der Kristallgröße des Präparates)
    • nach intraartikulärer Anwendung eines Glucocorticoids Patienten darauf hinweisen, dass sie, obwohl symptomatisch eine Besserung eingetreten ist, ihre Gelenke nur mäßig beanspruchen sollten, Gefahr einer Gelenkschädigung
    • bei der intraartikulären Injektion sollte die Gelenkkapsel nicht zu sehr gedehnt werden, und die Injektionsnadel sollte außen nicht mit der Injektionslösung ,kontaminiert+ACY-quot, werden, da es ansonsten zu einer subkutanen Atrophie kommen kann
    • wiederholte intraartikuläre Injektion kann in manchen Fällen zu einer Gelenkinstabilisierung führen
      • daher in bestimmten Fällen, insbesondere bei wiederholter Verabreichung, Röntgenkontrolle empfohlen
    • bei Auftreten von Komplikationen wie verstärkter Schmerz, lokale Schwellung bei weiterer Einschränkung der Gelenkmobilität, Fieber und Übelkeit:
      • an septische Arthritis denken
      • falls septische Arthritis festgestellt wird: Triamcinolon absetzen
    • Injektion eines Steroids in ein Gelenk, wo vorher eine Infektion vorlag, vermeiden
    • wiederholte Injektion in eine entzündete Sehnenscheide vermeiden (Gefahr eines Sehnenrisses)
  • Infiltrationstherapie
    • jede Punktion kann zu Verletzungen von Gefäßen, Nerven sowie periartikulären Strukturen führen
    • infiltrative Anwendung erhöht substanzimmanent die Gefahr einer Infektion im Bereich der behandelten Gewebsstrukturen
    • Glucocorticoide dürfen nicht in instabile Gelenke und sollten nicht in Zwischenwirbelräume injiziert werden
    • wiederholte Injektionen in Gelenke, die von Osteoarthritis betroffen sind, können die Gelenkzerstörung beschleunigen
    • direkte Injektionen von Glucocorticoiden in Sehnen unbedingt vermeiden, da dies im späteren Verlauf zu Sehnenrupturen führen kann
    • die längerfristige und wiederholte Anwendung von Glucocorticoiden in gewichttragenden Gelenken kann zu einer Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderungen im Gelenk führen
    • Ursache dafür ist möglicherweise eine Überbeanspruchung des betroffenen Gelenks nach Rückgang der Schmerzen oder anderer Symptome
  • intrafokale paravertebrale Anwendung
    • das Risiko von Verletzungen der Gefäße, Nerven und paravertebralen Strukturen bei Punktion ist insbesondere erhöht bei
      • Lagerungsproblemen
      • neurologischen Vorerkrankungen
      • Zuständen nach rückenmarksnahen Operationen (z.B. Laminektomien)
      • Deformitäten der Wirbelsäule
      • akutem Diskusprolaps
    • intrafokale Anwendung erhöht substanzimmanent die Gefahr einer Infektion im Bereich der behandelten Gewebsstrukturen
  • intramuskuläre Anwendung
    • es soll mind. 1 cm zwischen den Applikationsstellen sein
    • Lokalisation der Injektion und Injektionsvolumen sorgfältig abstimmen, um mögliche Hautatrophie zu vermeiden
    • nicht anwenden bei Jugendlichen < 16 Jahren
  • Triamcinolon invasiv hat eine Langzeitwirkung und ist daher für akute Beschwerden nicht geeignet
    • bei entzündlichen Erkrankungen kausale Therapie notwendig
  • Augenerkrankungen
    • die längere Anwendung von Corticosteroiden kann zu Augenschäden wie Hornhautschädigung (bis zur Corneaperforation) und Exophthalmus, zu Steroidkatarakt und steroidbedingten Glaukomen führen
    • die Wahrscheinlichkeit von sekundären Infektionen am Auge wird erhöht
    • nur mit Vorsicht bei Patienten mit einer Herpes-Simplex-Infektion am Augen anwenden, da eine Hornhautperforation ausgelöst werden könnte
  • Sehstörungen
    • bei systemischer und topischer Anwendung von Corticosteroiden sind Sehstörungen möglich
    • wird ein Patient mit Symptomen wie verschwommenen Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden
      • mögliche Ursachen umfassen: Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z.B. zentral seröse Chorioretinopahtie (CSC), die nach Anwendung systemsicher und topischer Corticosteroide gemeldet wurde
  • Niereninsuffizienz
    • Auftreten einer Nebenniereninsuffizienz möglich, die über mehrere Monate auch nach Absetzen der Behandlung anhält
      • in Stresssituationen, bedingt durch traumatische Ereignisse, operative Eingriffe oder eine schwere Erkrankung (die innerhalb dieser Periode auftreten) kann eine Substitution mit Nebennierenhormonen erforderlich sein
      • da auch die endogene Produktion von Mineralokortikoiden eingeschränkt sein kann, sollte Kochsalz und/oder ein Mineralokortikoid gleichzeitig gegeben werden
    • bei Nierenerkrankungen mit eingeschränkter glomerulärer Filtrationsrate können +ANY-deme auftreten
      • bei wiederholter Verabreichung muss auf ausreichende Eiweißzufuhr geachtet werden, um einem Gewichtsverlust, manchmal vergesellschaftet mit einer negativen Stickstoffbilanz, Muskelschwund und Muskelschwäche, vorzubeugen
  • Patienten mit Leberzirrhose
    • Wirkung von Corticosteroiden kann verstärkt werden
  • Schilddrüsenpräparate
    • metabolische Clearance von Nebennierenrindenhormonen ist bei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion herabgesetzt und erhöht bei Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion
    • veränderte Schilddrüsenfunktion kann eine Anpassung der Dosierung des Corticoids erforderlich machen
  • psychische Störungen
    • unter der Anwendung von Corticosteroiden kann es zu psychischen Störungen kommen, unter anderem Schlafstörungen/Schlaflosigkeit, Depression (manchmal schwer), Euphorie, Stimmungsschwankungen, psychotische Störungen und Persönlichkeitsstörungen
      • vorbestehende emotionale Instabilität oder Psychose kann durch Corticosteroide verstärkt werden
      • Anwendung von Antidepressiva ist nicht zielführend und könnte die psychischen Störungen, bedingt durch die Behandlung mit Nebennierenrindenhormonen, verstärken
  • Magen
    • bei vorbestehendem Magengeschwür kann dieses wieder aufflackern und es kann zu einer Perforation oder Blutung, die zunächst asymptomatisch verläuft, kommen
    • Behandlung mit Nebennierenrindenhormonen kann zu einer vermehrten Produktion von Magensäure
      oder zu Magengeschwüren führen, daher wird gleichzeitig eine Therapie mit Mitteln gegen Magengeschwüre empfohlen
  • Interaktion mit Salicylaten
    • Corticosteroide können den Serumsalicylatspiegel erniedrigen und damit die Wirksamkeit von Salicylaten
    • das Absetzen von Corticosteroiden während einer hochdosierten Salicylattherapie kann andererseits die Salicylattoxizität erhöhen
    • Acetylsalicylsäure insbesondere bei Patienten mit Hypoprothrombinämie nur mit Vorsicht gemeinsam mit Corticosteroiden verabreichen
  • lang dauernde Therapie
    • regelmäßige ärztliche Kontrollen (einschließlich augenärztlicher Kontrollen in dreimonatigen Abständen) sind angezeigt
    • bei vergleichsweise hohen Dosen ist auf eine ausreichende Kaliumzufuhr und auf Natriumrestriktion zu achten und der Serum-Kalium-Spiegel zu überwachen
  • Beendigung / ggf. Abbruch der Therapie
    • bei Beendigung oder ggf. Abbruch der Langzeitgabe ist an folgende Risiken zu denken:
      • Exazerbation bzw. Rezidiv der Grundkrankheit
      • akute NNR-Insuffizienz (insbesondere in Stresssituationen, z.B. während Infektionen, nach Unfällen, bei verstärkter körperlicher Belastung)
      • Cortison-Entzugssyndrom
  • Viruserkrankungen
    • spezielle Viruserkrankungen (Windpocken, Masern) können bei Patienten, die mit Glucocorticoiden behandelt werden, besonders schwer verlaufen
    • insbesondere gefährdet sind abwehrgeschwächte (immunsupprimierte) Kinder und Personen ohne bisherige Windpocken- oder Maserninfektion
    • bei Kontakt während einer Behandlung zu masern- oder windpockenerkrankten Personen, sollte ggf. eine vorbeugende Behandlung eingeleitet werden
  • Infektionen
    • bei bestehenden Infektionen darf Triamcinolon nur unter gleichzeitiger spezifischer antiinfektiöser Therapie angewendet werden
    • bei Tuberkulose in der Anamnese (cave Reaktivierung!-) Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz
  • Diabetes mellitus
    • während der Anwendung ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen
  • Herz-/Kreislauf
    • während der Behandlung ist insbesondere bei Anwendung hoher Dosen und bei Patienten mit schwer einstellbarer Hypertonie eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erforderlich
    • Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sind sorgfältig zu überwachen, da die Gefahr einer Verschlechterung besteht
  • wegen Gefahr einer Darmperforation darf invasives Triamcinolon nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung angewendet werden bei:
    • schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation
    • Divertikulitis
    • Enteroanastomosen (unmittelbar postoperativ)
  • weibliche Patienten
    • es können Menstruationsstörungen auftreten und bei Frauen in der Postmenopause wurden vaginale Blutungen beobachtet
    • Möglichkeit sollte Frauen gegenüber erwähnt werden
    • sollte nicht von ggf. notwendigen Untersuchungen/ Abklärungen abhalten
  • Einfluss auf Untersuchungsmethoden:
    • Hautreaktionen auf Allergietests können unterdrückt werden
    • die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
  • Vorsicht bei schweren Muskelerkrankungen, Neigung zu Thrombosen und Embolien, metastasierenden Karzinomen, akuter Glomerulonephritis und chronischer Nephritis
  • Kinder und Jugendliche
    • nicht anwenden < 12 Jahren
    • intramuskuläre Anwendung nicht anwenden bei Jugendlichen < 16 Jahren
    • generell strenge Indikationsstellung im Wachstumsalter
  • ältere Patienten
    • Anwendung nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung (Osteoporose-Risiko erhöht)

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

  • Anwendung in den ersten 5 Monaten der Schwangerschaft sollte unterbleiben
    • Tierversuche mit Hinweisen auf teratogene Wirkungen
    • Triamcinolon scheint höheres teratogenes Potenzial als andere synthetische oder natürliche Glucocorticoide zu besitzen
    • ein erhöhtes Risiko für orale Spaltbildungen bei menschlichen Feten durch die Gabe von Glucocorticoiden während des ersten Trimenons wird diskutiert
    • Erkenntnisse über die Sicherheit einer Anwendung in diesem Zeitraum für den Menschen nicht vorliegend
  • bei Langzeitanwendung intrauterine Wachstumsstörungen möglich
  • Behandlung zum Ende der Schwangerschaft
    • Gefahr einer Nebennierenrindenatrophie des Feten
    • ggf. ausschleichende Substitutionstherapie bei Neugeborenen erforderlich
  • Fertilität
    • keine Erfahrungen vorliegend

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv

  • Abstillen bei
    • Behandlung mit höheren Dosen
    • Langzeitanwendung
  • Glucocorticoide gehen in die Muttermilch über

Die Anwendung im 1. Trimenon der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung im 1. Trimenon der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit ist nicht empfohlen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

 

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