Tacro Cell 1 mg (50 St)

Hersteller STADAPHARM GmbH
Wirkstoff Tacrolimus
Wirkstoff Menge 1 mg
ATC Code L04AD02
Preis 169,6 €
Menge 50 St
Darreichung (DAR) HKP
Norm N2
Tacro Cell 1 mg (50 St)

Medikamente Prospekt

Tacrolimus1mg
(H)Croscarmellose, NatriumsalzHilfsstoff
(H)GelatineHilfsstoff
(H)LactoseHilfsstoff108.6mg
(H)Magnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]Hilfsstoff
(H)Povidon K30Hilfsstoff
(H)Titan dioxidHilfsstoff
(H)Gesamt Natrium IonZusatzangabe2.25mg
[Basiseinheit = 1 Stück]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Tacrolimus oder andere Makrolide

Art der Anwendung



  • Allgemeines
    • Applikation dieses Arzneimittels intravenös oder oral
    • Beginn in der Regel mit oraler Behandlung
  • erforderlichenfalls Kapselinhalt in Wasser suspendieren und über eine Magensonde zuführen
  • Aufteilung der Tagesdosis in 2 Einzelgaben (z.B. morgens und abends)
  • Kapseln nach Entnahme aus Blisterpackung sofort mit etwas Fluessigkeit (am besten mit Wasser) einnehmen
  • Patienten anweisen, Trockenmittel nicht zu schlucken
  • Einnahme mit Grapefruitsaft vermeiden (durch Hemmung vonn CYP3A4 evtl. erhöhter Tacrolimus-Blutspiegel)
  • Kapseln im Nüchternzustand oder mind. 1 Stunde vor bzw. 2 - 3 Stunden nach der Mahlzeit einnehmen (zur Gewährleistung max. Resorption)

Dosierung



  • Allgemeines
    • Behandlung mit Tacrolimus erfordert sorgfältige Überwachung des Patienten, entsprechend qualifiziertes und ausgerüstetes Personal
    • Arzneimittel nur zu verordnen bzw. immunsuppressive Therapie nur zu verändern von Ärzten, die mit immunsuppressiver Therapie und Behandlung von Transplantationspatienten vertraut sind
    • unachtsame, versehentliche oder unbeaufsichtigte Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit unmittelbarer oder retardierter Freisetzung ist gefährlich
      • kann zu Transplantatabstoßungen oder erhöhter Inzidenz von Nebenwirkungen, einschließlich Unter- oder Überimmunsuppression, führen (aufgrund klinisch relevanter Unterschiede der systemischen Exposition von Tacrolimus)
      • Patienten sollten stets die selbe Tacrolimus-Formulierung und die entsprechende tägliche Dosierung beibehalten
      • Umstellungen der Formulierung oder des Regimes nur unter engmaschiger Kontrolle eines in der Transplantation erfahrenen Mediziners
      • Umstellung auf alternative Formulierung
        • therapeutische Arzneimittelüberwachung und entsprechende Dosisanpassungen müssen durchgeführt werden (sicherstellen, dass systemische Exposition von Tacrolimus erhalten bleibt)
    • im Folgenden empfohlene Initialdosen: nur als Richtlinien gedacht
    • individuelle Dosierung, beruhend auf klinischer Beurteilung von Abstoßung und Verträglichkeit sowie auf Blutspiegelbestimmungen
    • Auftreten klinischer Zeichen einer Transplantatabstoßung
      • Umstellung der immunsuppressiven Therapie in Betracht ziehen
    • intravenöse oder orale Verabreichung möglich
      • in der Regel wird mit oraler Behandlung begonnen
    • Verabreichung in der Regel in Verbindung mit anderen Immunsuppressiva in der ersten postoperativen Phase
      • Dosierung richtet sich nach immunsuppressiver Medikation
    • Empfehlungen zu den angestrebten Talspiegeln im Vollblut
      • Bestimmung der Tacrolimuskonzentrationen im Vollblut (als Hilfsmittel für Optimierung der Dosierung)
        • mehrere Immunassays wie halbautomatischer Mikropartikel-Enzym-Immunassay (MEIA) können herangezogen werden
        • die in Literatur angegebenen Konzentrationen sind unter Berücksichtigung der verwendeten Methoden sorgfältig mit individuellen Werten zu vergleichen
        • klinische Praxis: Überwachung von Vollblutkonzentrationen mit Immunassay-Methoden
        • nach Transplantation ist Überwachung der Talspiegel von Tacrolimus geboten
          • orale Behandlung
            • Bestimmung der Talspiegel ca. 12 Stunden nach Verabreichung des Präparates, unmittelbar vor der nächsten Gabe
          • Häufigkeit der Blutspiegelbestimmungen richtet sich nach klinischen Umständen
          • Arzneimittel verfügt über langsame Clearance
            • Veränderungen der Blutspiegel treten evtl. erst mehrere Tage nach Dosisanpassung in Erscheinung
          • erste Zeit nach Transplantation
            • Talspiegel etwa 2mal / Woche kontrollieren
          • im Verlauf der Erhaltungstherapie
            • regelmäßige Bestimmung empfohlen
        • Bluttalspiegel auch überwachen nach
          • Dosisanpassungen
          • Veränderungen der immunsuppressiven Medikation
          • gleichzeitiger Verabreichung von Substanzen, welche Vollblutkonzentration von Tacrolimus verändern können
        • Blutspiegel von max. 20 ng Tacrolimus / ml: Angaben in klinischen Studien lassen darauf schließen, dass Behandlung dann meist erfolgreich
        • bei Beurteilung von Vollblutspiegeln: klinische Situation des Patienten berücksichtigen
        • klinische Praxis
          • Talspiegel im Vollblut in der ersten Zeit nach
            • Lebertransplantationen
              • 5 - 20 ng Tacrolimus / ml
            • Nieren- und Herztransplantationen
              • 10 - 20 ng Tacrolimus / ml
          • während Erhaltungstherapie von Leber-, Nieren- und Herztransplantatempfängern
            • 5 - 15 ng Tacrolimus / ml
  • Lebertransplantation
    • Prophylaxe der Transplantatabstoßung
      • Erwachsene
        • initial
          • 0,10 - 0,20 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
          • falls orale Applikation nicht möglich: 0,01 - 0,05 mg Tacrolimus / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion
          • Therapiebeginn ca. 12 Stunden nach der Operation
      • Kinder
        • initial
          • 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
          • falls orale Applikation nicht möglich: 0,05 mg Tacrolimus / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion
      • Dosisanpassung nach Transplantation (Erwachsene, Kinder)
        • i.d.R. Dosisreduktion
        • in manchen Fällen möglich: gleichzeitig verabreichte immunsuppressive Medikamente absetzen, Übergang zu Monotherapie
        • ggf. weitere Dosisanpassungen im Verlauf der Stabilisierung des Patienten nötig (Pharmakokinetik von Tacrolimus verändert sich evtl.)
    • Behandlung der Transplantatabstoßung (Erwachsene, Kinder)
      • bisher Einsatz höherer Tacrolimus-Dosen, einer zusätzlichen Corticosteroid-Therapie und kurzfristige Gabe monoklonaler / polyklonaler Antikörper
      • ggf. Dosisreduktion bei Anzeichen einer Toxiztität
      • nach Umstellung auf Tacrolimus
        • initial: Behandlung mit der für primäre Immunsuppression empfohlenen oralen Dosis beginnen
  • Nierentransplantation
    • Prophylaxe der Transplantatabstoßung
      • Erwachsene
        • initial
          • 0,20 - 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
          • falls orale Applikation nicht möglich: 0,05 - 0,10 mg Tacrolimus / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion
          • Therapiebeginn innerhalb von 24 Stunden nach der Operation
      • Kinder
        • initial
          • 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
          • falls orale Applikation nicht möglich: 0,075 - 0,10 mg / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion
      • Dosisanpassung nach Transplantation (Erwachsene, Kinder)
        • i.d.R. Dosisreduktion
        • in manchen Fällen möglich: gleichzeitig verabreichte immunsuppressive Medikamente absetzen, Übergang zu Dualtherapie
        • ggf. weitere Dosisanpassungen im Verlauf der Stabilisierung des Patienten nötig (Pharmakokinetik von Tacrolimus verändert sich evtl.)
    • Behandlung der Transplantatabstoßung (Erwachsene, Kinder)
      • bisher Einsatz höherer Tacrolimus-Dosen, einer zusätzlichen Corticosteroid-Therapie und kurzfristige Gabe monoklonaler / polyklonaler Antikörper
      • ggf. Dosisreduktion bei Anzeichen einer Toxiztität
      • nach Umstellung auf Tacrolimus
        • initial: Behandlung mit der für primäre Immunsuppression empfohlenen oralen Dosis beginnen
  • Herztransplantation
    • Prophylaxe der Transplantatabstoßung
      • Erwachsene
        • vorhergehende Antikörperinduktion (ermöglicht späteren Behandlungsbeginn mit Tacrolimus) oder alternativ bei stabilen Patienten ohne Antikörperinduktion
        • initial (nach Antikörperinduktion)
          • 0,075 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
          • Beginn der oralen Therapie innerhalb von 5 Tagen nach der Operation, bei Stabilisierung des klinischen Zustandes
          • falls orale Applikation nicht möglich: 0,01 - 0,02 mg Tacrolimus / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion
        • alternativ, nur bei Patienten ohne Organversagen (z.B. ohne eingeschränkte Nierenfunktion)
          • Beginn 12 Stunden nach der Transplantation
          • initial: 2 - 4 mg Tacrolimus / Tag oral in Kombination mit
            • Mycophenolatmofetil und Kortikosteroiden
            • oder Sirolimus und Kortikosteroiden
      • Kinder
        • ohne Antikörperinduktion
          • initial: 0,03 - 0,05 mg Tacrolimus / kg KG / 24 Stunden i.v. als 24-Stunden-Dauerinfusion (Ziel: Tacrolimus-Vollblutkonzentration 15 - 25 ng / ml)
          • Umstellung auf orale Applikation sobald klinisch möglich
            • 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
            • Beginn: 8 - 12 Stunden nach Absetzen der Dauerinfusion
        • nach Antikörperinduktion
          • initial
            • 0,10 - 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
      • Dosisanpassung nach der Transplantation (Erwachsene, Kinder)
        • i.d.R. Dosisreduktion
        • ggf. weitere Dosisanpassungen im Verlauf der Stabilisierung des Patienten nötig (Pharmakokinetik von Tacrolimus verändert sich evtl.)
    • Behandlung der Transplantatabstoßung (Erwachsene, Kinder)
      • bisher Einsatz höherer Tacrolimus-Dosen, einer zusätzlichen Corticosteroid-Therapie und kurzfristige Gabe monoklonaler / polyklonaler Antikörper
      • Erwachsene nach Umstellung auf Tacrolimus
        • initial: 0,15 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
      • Kinder nach Umstellung auf Tacrolimus
        • initial: 0,20 - 0,30 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral, verteilt auf 2 Einzeldosen
  • Behandlung Transplantatabstoßung, andere Organe
    • Dosierungsempfehlungen beruhen auf begrenzter Zahl von Ergebnissen prospektiver, klinischer Untersuchungen
    • Lungentransplantation
      • initial: 0,10 - 0,15 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral
    • Pankreastransplantation
      • initial: 0,2 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral
    • Darmtransplantation
      • initial: 0,3 mg Tacrolimus / kg KG / Tag oral
  • Umstellung von Ciclosporin auf Tacrolimus
    • vorsichtig
    • erst nach Prüfung der Ciclosporin-Blutspiegel und der klinischen Situation des Patienten
      • solange hohe Ciclosporinspiegel vorliegen: Tacrolimus darf nicht verabreicht werden
    • Beginn der Tacrolimus-Therapie 12 - 24 Stunden nach dem Absetzen von Ciclosporin
    • Ciclosporinspiegel im Blut auch nach der Umstellung auf Tacrolimus überwachen
  • Behandlungsdauer
    • zur Unterdrückung der Transplantatabstoßung muss Immunsuppression aufrechterhalten werden
    • daher kann max. Dauer der oralen Therapie nicht angegeben werden

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich (Nierenfunktion hat keinen Einfluss auf Pharmakokinetik von Tacrolimus)
    • aufgrund des nephrotoxischen Potentials jedoch sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion empfohlen, einschließlich
      • regelmäßige Bestimmung der Serumkreatininspiegel
      • Berechnung der Kreatininclearance
      • Überwachung des Harnvolumens
  • Leberinsuffizienz
    • schwer
      • ggf. Dosisreduktion (zur Aufrechterhaltung von Bluttalspiegeln im angestrebten Bereich)
  • ältere Patienten
    • bisher keine Anhaltspunkte für Dosisanpassung
  • Kinder
    • vergleichbare Blutspiegel mit 1,5- bis 2-fach höherer Dosis erreichbar

Indikation



  • Prophylaxe der Transplantatabstoßung
    • bei Leber-, Nieren- oder Herztransplantatempfängern
  • Behandlung der Transplantatabstoßung
    • die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweist

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhte Anfälligkeit für virale, bakterielle, mykotische und protozoale Infektionen
      • Verschlechterung bereits bestehender Infektionen
        • Infektionen können sich lokal oder systemisch manifestieren
      • BK-Virus-assoziierte Nephropathie und JC-Virus-assoziierte progressive multifokale Leukoencephalopathie (PML) bei Patienten unter Immunsuppressionstherapie, einschließlich Therapie mit Tacrolimus, berichtet
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • gutartige oder bösartige Neoplasmen einschließlich EBV-assoziierte lymphoproliferative
        Erkrankungen und Hauttumoren (bei Patienten, welche mit Immunsuppressiva behandelt werden, erhöht sich das Risiko einer Tumorentwicklung)
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Anämie
      • Leukozytopenie
      • Thrombozytopenie
      • Leukozytose
      • abnorme Erythrozytenwerte
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Blutgerinnungsstörungen
      • abnorme Gerinnungs- und Blutungswerte
      • Panzytopenie
      • Neutropenie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • thrombotische thrombozytopenische Purpura
      • Hypoprothrombinämie
      • thrombotische Mikroangiopathie
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Pure Red Cell Aplasia (Erythroblastopenie)
      • Agranulozytose
      • hämolytische Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • allergische und anaphylaktoide Reaktionen
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hirsutismus
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • hyperglykämische Zustände
      • Diabetes mellitus
      • Hyperkaliämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • metabolische Azidose
      • verminderter Appetit
      • Flüssigkeitsüberbelastung
      • Hypercholesterinämie
      • Hyperlipidämie
      • Hypertriglyceridämie
      • Hyperurikämie
      • Hyponatriämie
      • Hypomagnesiämie
      • Hypokaliämie
      • Hypokalziämie
      • Hypophosphatämie
      • andere Elektrolytstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dehydratation
      • Hypoproteinämie
      • Hyperphosphatämie
      • Hypoglykämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schlaflosigkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Angsterscheinungen
      • Verwirrtheit und Desorientiertheit
      • Depression
      • depressive Verstimmung
      • affektive Störungen und Störungen des Gemütszustandes
      • Alpträume
      • Halluzinationen
      • Geisteskrankheiten
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • psychotische Störung
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Tremor
      • Kopfschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Krampfanfälle
      • Bewusstseinsstörungen
      • Parästhesien und Dysästhesien
      • periphere Neuropathien
      • Schwindelgefühl
      • Schreibstörung
      • Störungen des Nervensystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Koma
      • Blutungen im Zentralnervensystem und Apoplexie
      • Paralyse und Parese
      • Enzephalopathie
      • Sprachstörungen
      • Amnesie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhter Tonus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Myasthenie
  • Augenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verschwommenes Sehen
      • Photophobie
      • Augenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Katarakt
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Blindheit
    • ohne Häufigkeitsangabe:
      • Neuropathie des Nervus opticus
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Tinnitus
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hörschwäche
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • neurosensorische Taubheit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • eingeschränktes Hörvermögen
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • ischämische Störungen der Herzkranzgefäße
      • Tachykardie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Herzversagen
      • Kammerarrhythmien und Herzstillstand
      • supraventrikuläre Arrhythmien
      • Kardiomyopathie
      • Kammerhypertrophie
      • Palpitationen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Perikarderguss
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Torsades de Pointes
  • Gefäßerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Hypertonie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Blutungen
      • thromboembolische und ischämische Störungen
      • periphere Gefäßerkrankungen
      • hypotensive Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Infarkt
      • tiefe Venenthrombose
      • Schock
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
      • Erkrankungen des Lungenparenchyms
      • Pleuraerguss
      • Pharyngitis
      • Husten
      • Anschwellung und Entzündung der Nasenschleimhaut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Atemversagen
      • Erkrankungen der Atemwege
      • Asthma
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • akutes Atemnotsyndrom
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Durchfall
      • Übelkeit
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Zeichen und Symptome im Magen-Darm-Bereich
      • Erbrechen
      • Schmerzen im Magen-Darm-Bereich und Abdomen
      • gastrointestinaler Entzündungszustand
      • Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt
      • Magen-Darm-Geschwür und Perforation
      • Aszites, Stomatitis und Ulzeration
      • Obstipation
      • dyspeptische Zeichen und Symptome
      • Flatulenz
      • Blähungen und Aufgeblähtheit
      • lockerer Stuhl, weicher Stuhl
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • akute und chronische Pankreatitis
      • Ileus paralyticus
      • Peritonitis
      • gastroösophagealer Reflux
      • beeinträchtigte Magenentleerung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Subileus
      • Pankreaspseudozyste
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Erkrankungen des Gallengangs
      • Leberzellschaden und Hepatitis
      • Cholangitis
      • Cholestase und Ikterus
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • mit Venenverschluss einhergehende Lebererkrankung
      • Thrombose der Leberarterie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Leberversagen
      • Gallengangstenose
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Pruritus
      • Exanthem
      • Alopezie
      • Akne
      • starkes Schwitzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dermatitis
      • Photosensibilität
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Epidermolysis acuta toxica (Lyell-Syndrom)
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Gelenkschmerzen
      • Muskelkrämpfe
      • Rückenschmerzen
      • Gliederschmerzen
      • Calcineurin-Inhibitor-induziertes Schmerz-Syndrom (CIPS)
        • Schmerz in den Extremitäten in einer Reihe von veröffentlichten Fallberichten als Teil des Calcineurin-Inhibitor-induzierten Schmerz-Syndroms (CIPS) beschrieben
        • stellt sich typischerweise als bilateraler und symmetrischer, schwerer, aufsteigender Schmerz in den unteren Extremitäten dar und kann mit supra-therapeutischen Tacrolimus-Spiegeln in Verbindung gebracht werden
        • Syndrom kann auf eine Reduktion der Dosierung von Tacrolimus ansprechen
        • in einigen Fällen musste auf eine alternative Immunsuppression umgestellt werden
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gelenkerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • beeinträchtigte Beweglichkeit
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Nierenfunktionsstörung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Nierenversagen
      • akutes Nierenversagen
      • toxische Nephropathie
      • Tubulusnekrose
      • Veränderungen des Harns
      • Oligurie
      • Symptome von Harnblase und Harnröhre
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anurie
      • hämolytisch-urämisches Syndrom
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Nephropathie
      • hämorrhagische Blasenentzündung
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Dysmenorrh+APY
      • Uterusblutungen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • asthenische Zustände
      • fieberhafte Störungen
      • A1g-dem
      • Schmerzen und Beschwerden
      • gestörtes Empfinden der Körpertemperatur
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • grippeartige Erkrankung
      • Zitterigkeit
      • Krankheitsgefühl
      • multiples Organversagen
      • Druckgefühl in der Brust
      • Temperaturunverträglichkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Durst
      • Sturz
      • Beklemmung in der Brust
      • Ulkus
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Zunahme des Fettgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anwendungsfehler, einschließlich unachtsamer, unbeabsichtigter oder unbeaufsichtigter Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit unmittelbarer oder retardierter Freisetzung
        • damit zusammenhängende Transplantatabstoßungen berichtet
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • anormale Leberfunktionstests, Veränderungen der Leberenzymwerte
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Blutspiegel der alkalischen Phosphatase
      • Gewichtszunahme
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhte Amylasewerte
      • anormales EKG
      • anormale Herz- und Pulsfrequenz
      • Gewichtsverlust
      • erhöhte Laktatdehydrogenasekonzentration im Blut
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • anormales Echokardiogramm
      • QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm
  • Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • primäre Funktionsstörung des Transplantats
  • Hinweis
    • das Nebenwirkungsprofil von Immunsuppressiva lässt sich oft wegen der Grunderkrankung des Patienten und der gleichzeitigen Behandlung mit einer Vielzahl anderer Arzneimittel nicht genau feststellen

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

  • Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen
    • keine Daten zur Sicherheit bei vorübergehender Umstellung auf andere orale Tacrolimus-Formulierungen bei schwerkranken Patienten vorliegend
    • unterschiedliche orale Tacrolimus-Formulierungen sollten nicht gegenseitig ausgetauscht werden, da ein klinisch relevanter Unterschied in der Bioverfügbarkeit zwischen beiden Formulierungen nicht ausgeschlossen werden kann (Fachinformationen beachten)
  • Anwendungsfehler, einschließlich unachtsamer, unbeabsichtigter oder unbeaufsichtigter Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit unmittelbarer oder retardierter Freisetzung, sind beobachtet worden
    • hat zu schwerwiegenden Nebenwirkungen geführt, einschließlich Transplantatabstoßungen oder anderen Nebenwirkungen, welche infolge von Tacrolimus-Unter- oder Überexposition auftreten können
    • Patienten sollten stets dieselbe Tacrolimus-Formulierung und die entsprechende tägliche Dosierung beibehalten. Umstellungen der Formulierung oder des Regimes sollten nur unter der engmaschigen Kontrolle eines in der Transplantation erfahrenen Mediziners vorgenommen werden
  • retardiert freisetzende Darreichungsformen
    • aufgrund der begrenzten Datenlage zur Sicherheit und/oder Wirksamkeit nicht für die Anwendung bei Kindern < 18 Jahre empfohlen
    • zur Behandlung erwachsener Patienten mit Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erwiesen, noch keine klinischen Daten für die retardierte Formulierung vorliegend
    • zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Herztransplantatempfängern noch keine klinischen Daten vorliegend
  • Überwachung, Kontrolle
    • in der ersten Phase nach der Transplantation sind folgende Parameter routinemäßig zu überwachen:
      • Blutdruck
      • EKG
      • neurologischer Status
      • Sehvermögen
      • Nüchternwerte des Blutzuckerspiegels
      • Elektrolyte (insbesondere Kalium)
      • Leber- und Nierenfunktion
      • hämatologische Parameter
      • Blutgerinnungswerte
      • Plasmaproteine
    • bei klinisch bedeutsamen Veränderungen Anpassung des immunsuppressiven Regimes erwägen
  • Substanzen mit Wechselwirkungspotenzial
    • Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von Substanzen mit Wechselwirkungspotenzial, insbesondere starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Telaprevir, Boceprevir, Ritonavir, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Telithromycin oder Clarithromycin) oder CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampin oder Rifabutin)
      • Tacrolimus-Blutspiegel sollten überwacht werden
      • ggf. Tacrolimus Dosis anpassen, um entsprechende Exposition von Tacrolimus zu erhalten
    • Johanniskraut
      • Einnahme pflanzlicher Präparate, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten, vermeiden (wegen möglicher Wechselwirkungen, die zu einer Herabsetzung der Tacrolimus-Spiegel im Blut und einer Abschwächung der klinischen Wirkung von Tacrolimus führen können)
    • Ciclosporin
      • gleichzeitige Gabe von Ciclosporin und Tacrolimus vermeiden
      • Vorsicht bei Patienten, die Tacrolimus im Anschluss an eine Ciclosporin-Behandlung erhalten
    • Kalium, Diuretika
      • hohe Kaliumeinnahme oder Kalium-sparende Diuretika sollten vermieden werden
    • bestimmte Kombinationen von Tacrolimus mit Substanzen, die bekannte nephrotoxische oder neurotoxische Effekte haben, könnten das Risiko des Auftretens dieser Effekte erhöhen
  • Impfung
    • Ansprechen auf Impfungen kann durch Immunsuppressiva beeinträchtigt werden
    • während der Behandlung mit Tacrolimus durchgeführte Impfung kann sich als weniger wirksam erweisen
    • Anwendung von Lebendimpfstoffen vermeiden
  • Gastrointestinale Erkrankungen
    • bei Patienten unter Tacrolimus-Therapie gastrointestinale Perforationen beobachtet
      • medizinisch bedeutsames Ereignis, das zu lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen führen kann
      • unmittelbar nach Auftreten entsprechender Symptome oder Anzeichen adäquate Behandlung erwägen
    • bei Patienten mit Diarrhö ist eine besonders sorgfältige Überwachung der Tacrolimus-Konzentrationen im Blut geboten, da Tacrolimus-Blutspiegel unter solchen Umständen erheblichen Schwankungen unterworfen sein können
  • Herzerkrankungen
    • in seltenen Fällen unter Tacrolimus eine als Kardiomyopathie bezeichnete Kammer- oder Septumhypertrophie beobachtet
      • Störung war in den meisten Fällen reversibel und trat bei Tacrolimus-Talspiegeln im Blut auf, die weit über den empfohlenen Höchstgrenzen lagen
    • weitere Faktoren, die das Risiko solcher klinischen Störungen erhöhen
      • bereits bestehendes Herzleiden
      • Behandlung mit Kortikosteroiden
      • Bluthochdruck
      • Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
      • Infektionen
      • Flüssigkeitsüberbelastung
      • A1g-dem
    • dementsprechend stark gefährdete Patienten, speziell kleine Kinder und diejenigen unter einer massiven Immunsuppression, z.B. mittels Echokardiogramm oder EKG vor und nach der Transplantation überwachen (z.B. zuerst nach 3 Monaten und dann nach 9 - 12 Monaten)
      • bei auffälligen Befunden kommt Herabsetzung der Tacrolimus-Dosierung oder Umstellung auf ein anderes Immunsuppressivum in Betracht
    • Torsades de Pointes, QT-Zeit-Verlängerung
      • Tacrolimus kann die QT-Zeit verlängern und Torsades de Pointes hervorrufen
      • Vorsicht bei Patienten mit Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung, einschließlich Patienten mit
        • persönlicher oder familiärer Vorgeschichte einer QT-Verlängerung
        • kongestivem Herzversagen
        • Bradyarrhythmien
        • Elektrolyt-Anormalitäten
        • bestehender Diagnose oder bei Verdacht auf ein kongenitales langes QT-Syndrom
        • einer erworbenen QT-Verlängerung
        • gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, Elektrolyt-Anormalitäten hervorrufen oder die Tacrolimus-Exposition erhöhen
  • Lymphoproliferative Erkrankungen und Malignome
    • Berichte über Patienten unter Tacrolimus-Therapie, die EBV-assoziierte lymphoproliferative Erkrankungen entwickelt haben
      • Kombination mit gleichzeitig gegebenen Immunsuppressiva wie Antilymphozyten-Antikörpern (d.h. Basiliximab, Daclizumab) erhöht das Risiko von EBV-assoziierten lymphoproliferativen Erkrankungen
      • Berichte über EBV-Viral Capsid Antigen (VCA) -negative Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung lymphoproliferativer Erkrankungen haben
        • aus diesem Grunde sollte bei dieser Patientengruppe vor Beginn der Therapie mit Tacrolimus die EBV-VCA-Serologie untersucht werden
      • während der Behandlung sorgfältige Kontrolle mittels EBV-PCR zu empfehlen
        • positives Ergebnis mit EBV-PCR kann sich über Monate manifestieren und ist per se nicht gleichbedeutend mit einer lymphoproliferativen Erkrankung oder Lymphomen
    • wie bei anderen immunsuppressiven Verbindungen nicht bekannt, wie groß das Risiko des Auftretens eines sekundären Karzinoms ist
  • Sonnenlicht oder UV-Licht
    • Einwirkung von Sonnenlicht oder UV-Licht sollte wegen des möglichen Risikos maligner Hautveränderungen durch geeignete Kleidung und Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit einem hohen Schutzfaktor eingeschränkt werden
  • Erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen (mit Bakterien, Pilzen, Viren und Protozoen) unter Immunsuppressionstherapie
    • dazu gehören BK-Virus-assoziierte Nephropathie und JC-Virus-assoziierte progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
    • diese Infektionen sind oftmals mit einer hohen Gesamt-Immunsuppression verbunden und können zu ernsthaften oder lebensbedrohlichen Situationen führen, die Ärzte bei der Differentialdiagnose bei immunsupprimierten Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder mit neurologischen Symptomen bedenken müssen
  • Posteriores Reversibles Enzephalopathie-Syndroms (PRES)
    • bei Patienten unter Tacrolimus-Behandlung Entwicklung eines Posterioren Reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) beobachtet
    • wenn Patienten Symptome für PRES wie Kopfschmerzen, veränderten Bewusstseinszustand, Krämpfe und Sehstörungen zeigen, sollte eine radiologische Untersuchung (z.B. MRI) durchgeführt werden
    • sollte PRES festgestellt werden, ist adäquate therapeutische Kontrolle von Blutdruck und Krämpfen und ein sofortiges Absetzen der systemischen Tacrolimus-Behandlung angeraten
      • die meisten Patienten erholen sich vollständig, nachdem geeignete Maßnahmen ergriffen wurden
  • Augenerkrankungen
    • bei Patienten unter einer Tacrolimus-Therapie wurde von Augenerkrankungen berichtet, die manchmal zu Sehverlust führten
      • Berichte von Abklingen der Symptome nach Umstellung auf eine alternative immunsuppressive Therapie
    • Patienten sollten angewiesen werden, folgende Symptome zu melden, da eine sofortige Untersuchung und ggf. die Überweisung an einen Ophtamologen empfohlen ist:
      • Veränderungen der Sehschärfe oder Farbsehen
      • verschwommenes Sehen
      • Gesichtsfeldausfälle
  • Pure Red Cell Aplasia (PRCA, Erythroblastopenie)
    • Fälle von Pure Red Cell Aplasia (PRCA) berichtet
      • alle Patienten berichteten Risikofaktoren für eine PRCA wie Parvovirus B19- Infektion sowie Grunderkrankungen oder Begleitmedikationen, die mit einer PRCA assoziiert sind
  • spezielle Patientenpopulationen
    • gibt nur begrenzte Erfahrung bei nicht-kaukasischen Patienten und Patienten mit erhöhtem immunologischen Risiko (z.B. nach Retransplantation, Nachweis Panel-reaktiver Antikörper, PRA)
    • Dosisreduktion kann möglicherweise bei Patienten, die eine schwere Leberinsuffizienz aufweisen, erforderlich sein

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

  • Gabe von Tacrolimus an Schwangere kommt in Betracht, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht und wenn das potentielle Risiko für den Fötus durch den wahrgenommenen Nutzen einer solchen Behandlung gerechtfertigt ist
  • bei in utero Exposition empfiehlt sich eine Überwachung des Neugeborenen auf eventuelle schädliche Wirkungen von Tacrolimus (insbesondere hinsichtlich seiner Wirkung auf die Nieren)
    • Risiko einer Frühgeburt (< Woche 37) besteht (Inzidenz 66 von 123 Geburten, d.h. 53,7 %), jedoch zeigten die Daten, dass die Mehrheit der Neugeborenen ein normales Geburtsgewicht bezogen auf das Gestationsalter hatten)
    • Risiko einer Hyperkaliämie des Neugeborenen besteht (Inzidenz 8 von 111 Neugeborenen, d.h. 7,2 %), die sich allerdings spontan wieder normalisiert
  • Ergebnisse von Untersuchungen am Menschen lassen erkennen, dass Tacrolimus die Plazentaschranke passiert
  • die Resultate einer geringen Zahl von Untersuchungen an Transplantationspatienten liefern keinen Hinweis darauf, dass unter Tacrolimus im Vergleich zu anderen Immunsuppressiva ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen im Hinblick auf den Verlauf und das Ergebnis der Schwangerschaft besteht
    • allerdings Fälle von spontanen Fehlgeburten berichtet
    • bisher keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
  • tierexperimentelle Studien
    • bei Ratten und Kaninchen verursachte Tacrolimus in Dosen, die auf das Muttertier toxisch wirken, eine embryofetale Toxizität
  • Fertilität
    • bei Ratten negativer Effekt von Tacrolimus auf die männliche Fertilität, in Form reduzierter Spermienanzahl und -motilität, beobachtet

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Tacrolimus - peroral

  • Frauen sollten während der Einnahme von Tacrolimus nicht stillen, da eine Schädigung des Säuglings nicht ausgeschlossen werden kann
  • Ergebnisse von Untersuchungen am Menschen haben gezeigt, dass Tacrolimus in die Muttermilch übergeht

Der Arzneistoff führt wahrscheinlich zu einer Verlängerung des QT-Intervalls, was in der Folge Torsade de pointes auslösen kann, insbes. beim Vorliegen von Risikofaktoren (Bradykardie, Elektrolytstörungen, höheres Alter). Die Anwendung sollte nur unter Vorsicht und regelmäßiger, engmaschiger Überwachung erfolgen, v.a. bei gleichzeitiger Anwendung weiterer QT-Intervall verlängernder Arzneistoffe.

Es besteht ein hohes Risiko, dass der Arzneistoff bei bestimmungsgemäßer Anwendung zu einer deutlichen Verlängerung des QT-Intervalls führt und in der Folge Torsade de pointes auslöst. Die Behandlung von Patienten mit bekannter Verlängerung des QT-Intervalls sowie die gleichzeitige Anwendung mit weiteren QT-Intervall verlängernden Arzneistoffen ist kontraindiziert.

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens durch Arzneistoff und/oder Nebenwirkung, Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienen von Maschinen eingeschränkt möglich.

Die Anwendung in der Schwangerschaft ist nicht empfohlen.

Die Anwendung im 3. Trimenon der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Beim selektierten Präparat handelt es sich um ein von der Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ausgeschlossenes Arzneimittel gemäß § 129 Absatz 1a Satz 2 SGB V. Arzneimittel, die einen in der Arzneimittelrichtlinie Anlage VII, Teil B gelisteten Wirkstoff in einer der aufgeführten Darreichungsformen enthalten, dürfen nicht gemäß § 129 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1b SGB V in Verbindung mit dem Rahmenvertrag nach § 129 Absatz 2 SGB V durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ersetzt werden. Weitere, in der Anlage nicht aufgeführte Bezeichnungen von Darreichungsformen sind von dieser Regelung erfasst, soweit sie den definitorischen Voraussetzungen der in der Anlage aufgeführten Standard Terms entsprechen.

 

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