Stella STADA 0.03mg/2mg (63 St)

Hersteller STADAPHARM GmbH
Wirkstoff Wirkstoffkombination
Wirkstoff Menge Info
ATC Code G03AA16
Preis 18,48 €
Menge 63 St
Darreichung (DAR) FTA
Norm N2
Stella STADA 0.03mg/2mg (63 St)

Medikamente Prospekt

Ethinylestradiol0.03mg
(H)HypromelloseHilfsstoff
(H)Lactose 1-WasserHilfsstoff46.92mg
(H)Macrogol 6000Hilfsstoff
(H)Magnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]Hilfsstoff
(H)MaisstärkeHilfsstoff
(H)MaltodextrinHilfsstoff
(H)Povidon K25Hilfsstoff
(H)Titan dioxidHilfsstoff
[Basiseinheit = 1 Stück]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Ethinylestradiol und/oder Dienogest
  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
    • venöse Thromboembolie
      • bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien)
      • VTE in der Vorgeschichte (z.B. tiefe Venenthrombose [TVT] oder Lungenembolie [LE])
    • bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine venöse Thromboembolie, wie z.B.
      • APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden)
      • Antithrombin-III-Mangel
      • Protein-C-Mangel
      • Protein-S-Mangel
    • größere Operationen mit längerer Immobilisierung
    • hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren
  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
    • arterielle Thromboembolie
      • bestehende ATE
      • ATE in der Vorgeschichte (z.B. Myokardinfarkt)
      • Erkrankung im Prodromalstadium (z.B. Angina pectoris)
    • zerebrovaskuläre Erkrankung
      • bestehender Schlaganfall
      • Schlaganfall oder prodromale Erkrankung (z.B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte
    • bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine arterielle Thromboembolie, z.B.
      • Hyperhomocysteinämie
      • Antiphospholipid-Antikörper (Anticardiolipin-Antikörper, Lupusantikoagulans)
    • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte
    • hohes Risiko für eine arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie:
      • Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung
      • schwere Hypertonie
      • schwere Dyslipoproteinämie
  • Raucherinnen
  • bestehende oder vorausgegangene Pankreatitis, wenn diese mit schwerer Hypertriglyzeridämie
    einhergeht
  • bestehende oder vorausgegangene Lebererkrankungen, solange sich die Leberfunktion nicht normalisiert hat (auch Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom)
  • bestehende oder vorausgegangene Lebertumoren (gut- oder bösartig)
  • bekannte oder vermutete sexualhormonabhängige, maligne Tumoren (z.B. der Mamma oder des Endometriums)
  • nicht abgeklärte vaginale Blutungen
  • nicht abgeklärte Amenorrhoe
  • gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die Ombitasvir / Paritaprevir / Ritonavir und Dasabuvir enthalten
  • Hinweis
    • das Vorliegen eines schwerwiegenden Risikofaktors oder mehrerer Risikofaktoren für venöse oder arterielle Gefäßerkrankungen kann, abhängig von Typ und Schweregrad, eine Gegenanzeige darstellen

Art der Anwendung



  • Einnahme der Filmtabletten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit unzerkaut, falls erforderlich mit etwas Flüssigkeit
  • Erste Filmtablette aus dem mit dem Wochentag des Einnahmebeginns beschrifteten Feld der Blisterpackung entnehmen
  • Weitere Einnahme in Pfeilrichtung, bis die Blisterpackung aufgebraucht ist

Dosierung



  • hormonale Kontrazeption
    • Tag 1 - 21: 1 Tablette (0,03 mg Ethinylestradiol plus 2,0 mg Dienogest) 1mal / Tag
    • anschließend 7 Tage Einnahmepause
      • 2 - 3 Tage nach der Einnahme der letzten Tablette beginnt gewöhnlich eine Abbruchblutung
      • Empfängnisschutz besteht auch während der 7-tägigen Einnahmepause
    • nach der 7-tägigen Pause: Einnahme aus der nächsten Blisterpackung fortsetzen, unabhängig davon, ob die Blutung schon beendet ist oder noch anhält
    • Beginn der Einnahme
      • keine vorangegangene Einnahme von hormonalen Kontrazeptiva im letzten Monat
        • 1. Tag des Zyklus (1. Tag der Monatsblutung)
      • Wechsel von einem anderen Kombinationspräparat zur hormonalen Kontrazeption (kombiniertes orales Kontrazeptivum, Vaginalring, transdermales Pflaster):
        • Einahme vorzugsweise am Tag nach Anwendung der letzten wirkstoffhaltigen Tablette, spätestens jedoch am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstofffreien Tablette des zuvor eingenommenen KHK oder nach dem einnahmefreien Intervall
        • bei vorheriger Verwendung eines Vaginalrings oder eines transdermalen Pflasters
          • Einnahme vorzugsweise am Tag der Entfernung, spätestens jedoch nach dem üblichen ring- beziehungsweise pflasterfreien Intervall
      • Wechsel von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Implantat, Injektionspräparat) oder einem Intrauterinpessar:
        • vorherige Einnahme der Minipille
          • Wechsel an jedem beliebigen Tag
        • die Umstellung von einem Implantat oder einem Intrauterinpessar
          • am Tag der Entfernung
        • Umstellung von einem Injektionspräparat
          • am Tag an dem die nächste Injektion fällig wäre
        • in jedem Fall ist während der ersten 7 Tage der Einnahme zusätzlich eine nichthormonale Verhütungsmethode (Barrieremethode) erforderlich
      • nach einem Abort im ersten Trimenon:
        • sofortige Einnahme möglich
        • keine zusätzlichen empfängnisverhütenden Maßnahmen erforderlich
      • nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten Trimenon:
        • Einnahme 21 - 28 Tage nach einer Geburt oder nach einem Abort im zweiten Trimenon
        • während der ersten 7 Einnahmetage zusätzlich eine nichthormonale Verhütungsmethode anwenden
        • wenn bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden hat: vor Beginn der Einnahme Schwangerschaft ausschliessen oder erste Monatsblutung abwarten
    • Vorgehen bei vergessener Einnahme:
      • Zeitabstand < 12 Stunden:
        • vergessene Dosis sobald wie möglich nachholen
        • nächste Tablette zur gewohnten Zeit einnehmen
        • Konzeptionsschutz nicht beeinträchtigt
      • Zeitabstand > 12 Stunden zur letzten Dosis:
        • unzuverlässiger Konzeptionsschutz
      • Als Vorgangsweise beim Vergessen von Tabletten sind grundsätzlich 2 Basisregeln zu beachten:
        • Einnahme der Tabletten nicht länger als 7 Tage unterbrechen
        • regelmässige Einnahme der Tabletten über mindestens 7 Tage erforderlich, um wirkungsvoll die Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse zu unterdrücken
      • Empfehlungen für die Praxis:
        • Woche 1:
          • Einnahme so schnell wie möglich nachholen
          • ggf. 2 Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen
          • weitere Einnahme zum üblichen Zeitpunkt
          • zusätzliche Barrieremethode in den nächsten 7 Tagen
          • bei stattgefundenem Geschlechtsverkehr: Schwangerschaft in Betracht ziehen
          • Risiko einer Schwangerschaft ist umso größer, je mehr Tabletten vergessen wurden und je näher diese im Bereich des einnahmefreien Intervalls liegen
        • Woche 2:
          • Einnahme so schnell wie möglich nachholen
          • ggf. 2 Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen
          • weitere Einnahme zum üblichen Zeitpunkt
          • Einnahme der Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette erfolgte korrekt: keine Notwendigkeit für zusätzliche Schutzmassnahmen
          • war dies nicht der Fall oder wurde mehr als 1 Tablette vergessen: zusätzliche Schutzmassnahmen über 7 Tage empfohlen
        • Woche 3:
          • voller Konzeptionsschutz nicht mehr gewährleistet
          • durch Anpassung des Tabletteneinnahmeschemas kann jedoch einem verminderten Konzeptionsschutz noch vorgebeugt werden
          • bei Einhalten einer der beiden folgenden Vorgehensweisen besteht daher keine Notwendigkeit zusätzlicher kontrazeptiver Maßnahmen, vorausgesetzt, dass die Tabletteneinnahme an den der ersten vergessenen Tablette vorangegangenen 7 Tagen korrekt erfolgte
          • falls Einnahme vor Vergessen der Tablette nicht korrekt erfolgte:
            • 1. Variante wählen
            • zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen während der nächsten 7 Tage anwenden
          • Variante 1:
            • Einnahme so schnell wie möglich nachholen
            • ggf. auch 2 Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen
            • weitere Tabletteneinnahme zur gewohnten Zeit
            • Einnahme der nächsten Blisterpackung ohne einnahmefreies Intervall
          • Variante 2:
            • Abbruch der Einnahme aus der aktuellen Blisterpackung
            • anschließende Einnahmepause von 7 Tagen (Tag der vergessenen Tabletteneinnahme eingerechnet)
            • danach mit neuer Blisterpackung beginnen
          • Nach vergessener Tabletteneinnahme mit anschließendem Ausbleiben einer Abbruchblutung in der ersten Einnahmepause sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft in Betracht gezogen werden
    • Verhalten bei gastrointestinalen Störungen (Erbrechen, Durchfall)
      • Resorption möglicherweise unvollständig
      • zusätzliche kontrazeptive Maßnahmen erforderlich
      • Erbrechen oder schwerer Durchfall innerhalb von 3 - 4 Stunden nach der Einnahme:
        • schnellstmöglich neue Tablette einnehmen
      • Erbrechen oder schwerer Durchfall > 12 Stunden nach Einnahme:
        • s. Vorgehen bei vergessener Einnahme
      • falls der gewohnte Einnahmerhythmus beibehalten werden soll:
        • Ersatztablette(n) aus einem anderen Blister entnehmen
        • bei anhaltenden oder wiederkehrenden gastrointestinalen Störungen zusätzlich nichthormonale Kontrazeptionsmethoden angewenden und den Arzt informieren
    • Verschieben der Entzugsblutung:
      • direkt ohne Einnahmepause mit der Tabletteneinnahme aus der nächsten Blisterpackung fortfahren
      • Entzugsblutung kann so lange hinausgeschoben werden wie gewünscht, maximal bis die zweite Blisterpackung aufgebraucht ist
      • während dieser Zeit kann es gehäuft zu Durchbruch- oder Schmierblutungen kommen
      • nach der darauf folgenden regulären 7-tägigen Einnahmepause Einnahme wie üblich fortsetzen
      • Zum Verschieben der Entzugsblutung auf einen anderen als den nach dem Einnahmeschema bisher üblichen Wochentag kann empfohlen werden, die bevorstehende Einnahmepause um eine beliebige Anzahl von Tagen zu verkürzen
      • je kürzer das Intervall, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Ausbleibens einer Abbruchblutung sowie für Durchbruch- bzw. Schmierblutungen während der Einnahme aus dem folgenden Blister (wie beim Hinauszögern der Entzugsblutung)

Indikation



  • hormonale Kontrazeption

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Vaginitis/Vulvovaginitis
      • vaginale Candidiasis
      • vulvovaginale Pilzinfektionen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Salpingo-Oophoritis
      • Harnwegsinfektionen
      • Zystitis
      • Mastitis
      • Zervizitis
      • Pilzinfektionen
      • Candidiasis
      • Lippenherpes
      • Influenza
      • Bronchitis
      • Sinusitis
      • Infektionen der oberen Atemwege
      • virale Infektionen
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • uterines Leiomyom
      • Brustlipom
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Überempfindlichkeit, allergische Reaktionen
  • Endokrine Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Virilismus
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • erhöhter Appetit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Anorexie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • depressive Verstimmung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Depression
      • mentale Störungen
      • Schlaflosigkeit
      • Schlafstörungen
      • Aggression
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stimmungsveränderungen
      • verminderte Libido
      • erhöhte Libido
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Schwindel
      • Migräne
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • ischämischer Schlaganfall
      • zerebrovaskuläre Störungen
      • Dystonie
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • trockenes Auge
      • Augenirritationen
      • Oscillopsie
      • Verschlechterung der Sehfähigkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Kontaktlinsenunverträglichkeit
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • plötzlicher Hörsturz
      • Tinnitus
      • Vertigo
      • Verschlechterung der Hörfähigkeit
  • Herzerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • kardiovaskuläre Störungen
      • Tachykardie (einschließlich Erhöhung der Herzfrequenz)
  • Gefäßerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypertonie
      • Hypotonie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • arterielle Thromboembolie / venöse Thromboembolie
      • Thrombophlebitis
      • diastolische Hypertonie
      • orthostatische Dysregulation
      • Hitzewallungen
      • Venenvarikose
      • Venenbeschwerden
      • Venenschmerzen
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Asthma
      • Hyperventilation
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Abdominalschmerzen (einschließlich Schmerzen im oberen und unteren Abdomen, Beschwerden / Blähungen)
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Diarrhoe
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Gastritis
      • Enteritis
      • Dyspepsie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Akne
      • Alopezie
      • Ausschlag (einschließlich makulöses Exanthem)
      • Pruritus (einschließlich generalisierter Pruritus)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • allergische Dermatitis
      • atopische Dermatitis/ Neurodermitis
      • Ekzem
      • Psoriasis
      • Hyperhidrose
      • Chloasma
      • Pigmentstörungen/Hyperpigmentation
      • Seborrhoe
      • Kopfschuppen
      • Hirsutismus
      • Hautveränderungen
      • Hautreaktionen
      • Orangenhaut
      • Spidernävus
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Urtikaria
      • Erythema nodosum
      • Erythema multiforme
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Rückenschmerzen
      • muskuloskeletale Beschwerden
      • Myalgie
      • Schmerzen in den Extremitäten
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Brustkorbschmerzen (einschließlich Brustbeschwerden und Brustspannen)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • irreguläre Entzugsblutung/Abbruchblutung (einschließlich Menorrhagie, Hypomenorrhoe, Oligomenorrhoe und Amenorrhoe)
      • Zwischenblutungen (bestehend aus vaginaler Hämorrhagie und Metrorrhagie)
      • Brustvergrößerung (einschließlich Brustanschwellung/Schwellung)
      • Brustödem
      • Dysmenorrhoe
      • vaginaler Ausfluss
      • Ovarialzyste
      • Beckenschmerzen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • zervikale Dysplasie
      • Zysten der Adnexa uteri
      • Schmerzen der Adnexa uteri
      • Brustzyste
      • fibrozystische Mastopathie
      • Dyspareunie
      • Galaktorrhoe
      • Menstruationsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Brustsekretion
  • Allgemeine Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Müdigkeit (einschließlich Asthenie und Unwohlsein)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Brustkorbschmerzen
      • periphere +ANY-deme
      • influenzaähnliche Erkrankungen
      • Entzündung
      • Pyrexie
      • Reizbarkeit
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Flüssigkeitsretention
  • Untersuchungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Gewichtsänderungen (einschließlich Gewichtszunahme, -abnahme und -schwankungen)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erhöhung der Bluttriglyzeride
      • Hypercholesterinämie
  • Kongenitale, familiäre und genetische Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Manifestation einer asymptomatischen akzessorischen Brust

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

  • Erkrankungen oder Risikofaktoren
    • Eignung von Ethinylestradiol / Dienogest sollte mit der Frau besprochen werden, falls eine der im Folgenden aufgeführten Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegt
    • bei einer Verschlechterung oder dem ersten Auftreten einer dieser Erkrankungen oder Risikofaktoren ist der Anwenderin anzuraten, sich an Ihren Arzt zu wenden, um zu entscheiden, ob die Anwendung beendet werden sollte
    • im Fall von vermuteter oder nachgewiesener Thrombose sollte die Anwendung von KHK beendet werden
      • falls eine Therapie mit Antikoagulanzien begonnen wird, sollte eine adäquate alternative Kontrazeption aufgrund der Teratogenität der Therapie mit Antikoagulanzien (Cumarine) veranlasst werden
  • Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
    • Anwendung jedes kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (KHK) erhöht das Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE) im Vergleich zur Nichtanwendung
      • Arzneimittel, die Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten Risiko für eine VTE verbunden
        • bisher nicht bekannt, wie hoch das Risiko mit Ethinylestradiol plus Dienogest im Vergleich zu diesen Arzneimitteln mit dem geringsten Risiko ist
      • die Entscheidung, ein Arzneimittel anzuwenden, das nicht zu denen mit
        dem geringsten VTE Risiko gehört, sollte nur nach einem Gespräch mit der Frau getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:
        • das Risiko für eine VTE bei Anwendung von Ethinylestradiol plus Dienogest
        • wie ihre vorliegenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko beeinflussen
        • und dass ihr Risiko für VTE in ihrem allerersten Anwendungsjahr am höchsten ist
        • gibt zudem Hinweise, dass das Risiko erhöht ist, wenn die Anwendung eines KHK nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen wieder aufgenommen wird
    • ungefähr 2 von 10000 Frauen, die kein KHK anwenden und nicht schwanger sind, erleiden im Verlauf eines Jahres eine VTE
      • bei einer einzelnen Frauen kann das Risiko jedoch in Abhängigkeit von ihren zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten)
    • Risiko, Studiendaten
      • epidemiologische Studien mit Frauen, die niedrig dosierte (< 50 +ALU-g Ethinylestradiol) kombinierte orale Kontrazeptiva anwenden, ergaben, dass im Verlauf eines Jahres bei ungefähr 6 bis 12 von 10000 Frauen eine VTE auftritt
      • geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres ungefähr 61 von 10000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges KHK anwenden, eine VTE erleiden
      • begrenzte epidemiologische Daten lassen vermuten, dass das Risiko für eine VTE bei Dienogest-haltigen KHK ähnlich wie bei Levonorgestrel-haltigen KHK ist
      • diese Anzahl an jährlichen VTE ist niedriger als die erwartete Anzahl während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt
    • VTE verlaufen in 1 - 2 % der Fälle tödlich
    • außerst selten bei Anwenderinnen von KHK über eine Thrombose in anderen Blutgefäßen berichtet, wie z.B. in Venen und Arterien von Leber, Mesenterium, Nieren oder Retina
    • Gründe für die sofortige Beendigung der Einnahme (zusätzlich zu den Kontraindikationen):
      • eingetretene Schwangerschaft oder Verdacht darauf
      • erstmaliges Auftreten oder Verschlechterung einer Migräne
      • wenn Kopfschmerzen ungewohnt häufig, anhaltend oder stark auftreten, beziehungsweise sich plötzlich fokale neurologische Symptome entwickeln (mögliche erste Anzeichen eines Schlaganfalls)
      • starke Oberbauchschmerzen, Lebervergrößerung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung (mögliche Hinweise auf einen Lebertumor)
      • Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus, Cholestase sowie auffälligen Leberfunktionswerten
        • bei eingeschränkter Leberfunktion werden Steroidhormone vermindert metabolisiert
      • akute Entgleisung eines Diabetes mellitus
      • Neu- oder Wiederauftreten einer Porphyrie
    • Erkrankungen / Risikofaktoren, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern
      • Herz- und Nierenerkrankungen, da der Wirkstoff Ethinylestradiol zu einer Flüssigkeitsretention führen kann
      • Blutdruckanstieg (> 140 / 90 mmHg)
      • Fettstoffwechselstörungen
        • bei Anwenderinnen mit Fettstoffwechselstörungen kann Ethinylestradiol, der +ANY-strogenanteil im Arzneimittel, zu starken Erhöhungen der Plasmatriglzyeride und nachfolgend zu Pankreatitis und anderen Komplikationen führen
      • vorausgegangene Lebererkrankungen
      • Gallenblasenerkrankungen
      • Migräne
      • Depressionen
        • abklären, ob die Depression mit der Anwendung des Arzneimittels in Zusammenhang steht
        • ggf. andere, nicht hormonale Verhütungsmethoden anwenden
      • verminderte Glukosetoleranz/Diabetes mellitus
        • da kombinierte orale Kontrazeptiva die periphere Insulinresistenz und die Glukosetoleranz beeinflussen können, ändert sich möglicherweise die erforderliche Dosis von Insulin oder anderen Antidiabetika
      • Rauchen
      • Epilepsie
        • bei einer Zunahme epileptischer Anfälle unter Ethinylestradiol / Dienogest sollte die Anwendung anderer kontrazeptiver Methoden in Betracht gezogen werden
      • Chorea minor (Sydenham)
      • Uterus myomatosus
      • Otosklerose
      • Adipositas
      • Frauen ab 40 Jahre
    • Risikofaktoren für VTE
      • Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von KHK kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, insbesondere wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen
      • Anwendung kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die insgesamt zu einem hohen Risiko für eine Venenthrombose führen
        • weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass des Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt - in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden
        • wenn das Nutzen/Risiko-Verhältnis als ungünstig erachtet wird, darf ein KHK nicht verschrieben werden
      • Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m+ALI-)
        • Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu
        • besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen
      • längere Immobilisierung, größere Operationen, jede Operation an Beinen oder Hüfte, neurochirurgische Operation oder schweres Trauma
        • ratsam, die Anwendung des KHK (bei einer geplanten Operation mind. 4 Wochen vorher) zu unterbrechen und erst 2 Wochen nach der kompletten Mobilisierung wieder aufzunehmen
          • andere Verhütungsmethode anwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern
        • antithrombotische Therapie muss erwogen werden, wenn Ethinylestradiol / Dienogest nicht vorab abgesetzt wurde
      • vorübergehende Immobilisierung einschließlich einer Flugreise von > 4 Stunden Dauer kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Frauen mit weiteren Risikofaktoren
      • familiäre Vorbelastung (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, z.B. jünger als 50 Jahre)
        • bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird
      • andere Erkrankungen, die mit einer VTE verknüpft sind.
        • Krebs, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisches urämisches Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) und Sichelzellkrankheit
      • zunehmendes Alter
        • insbesondere älter als 35 Jahre
      • kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose
      • erhöhtes Risiko einer Thromboembolie in der Schwangerschaft und insbesondere während der 6-wöchigen Dauer des Wochenbetts muss berücksichtigt werden
    • Symptome einer VTE (tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie)
      • beim Auftreten von Symptomen ist den Anwenderinnen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden
      • bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) können folgende Symptome auftreten:
        • unilaterale Schwellung des Beins und/ oder Fußes oder entlang einer Beinvene
        • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird
        • Erwärmung des betroffenen Beins, gerötete oder entfärbte Haut am Bein
      • bei einer Lungenembolie (LE) können folgende Symptome auftreten:
        • plötzliches Auftreten unerklärlicher Kurzatmigkeit oder schnellen Atmens
        • plötzlich auftretender Husten möglicherweise in Verbindung mit Hämoptyse
        • stechender Brustschmerz
        • starke Benommenheit oder Schwindelgefühl
        • schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
      • einige dieser Symptome (z. B. ,Kurzatmigkeit+ACY-quot,, ,Husten+ACY-quot,) sind unspezifisch und können als häufiger vorkommende und weniger schwerwiegende Ereignisse fehlinterpretiert werden (z. B. als Atemwegsinfektionen).
      • andere Anzeichen für einen Gefäßverschluss können plötzlicher Schmerz sowie Schwellung und leicht bläuliche Verfärbung einer Extremität sein
      • tritt der Gefäßverschluss im Auge auf, können die Symptome von einem schmerzlosen verschwommenen Sehen bis zu einem Verlust des Sehvermögens reichen
        • in manchen Fällen tritt der Verlust des Sehvermögens sehr plötzlich auf
  • Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
    • epidemiologische Studien haben die Anwendung von KHK mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thromboembolie (Myokardinfarkt) oder apoplektischen Insult
      (z.B. transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall) in Verbindung gebracht
      • arterielle thromboembolische Ereignisse können tödlich verlaufen
    • Risikofaktoren für ATE
      • Risiko für arterielle thromboembolische Komplikationen oder einen apoplektischen Insult bei Anwenderinnen von KHK erhöht sich bei Frauen, die Risikofaktoren aufweisen
      • Ethinylestradiol plus Dienogest kontraindiziert bei Frauen, die einen schwerwiegenden oder mehrere Risikofaktoren für eine ATE haben, die sie einem hohen Risiko für eine Arterienthrombose aussetzen
        • weist eine Frau mehr als einen Risikofaktor auf, ist es möglich, dass der Anstieg des Risikos das Risiko der Summe der einzelnen Faktoren übersteigt- in diesem Fall muss ihr Gesamtrisiko betrachtet werden
        • bei Vorliegen eines ungünstigen Nutzen/Risiko-Verhältnis darf ein KHK nicht verschrieben werden
      • zunehmendes Alter
        • insbesondere älter als 35 Jahre
      • Rauchen
        • Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn Sie ein KHK anwenden möchten
        • Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, dringend zu empfehlen, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden
      • Hypertonie
      • Adipositas (Body-Mass-Index über 30 kg/m+ALI-)
        • Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu
        • besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren
      • Familiäre Vorbelastung (jede arterielle Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in relativ jungen Jahren, d. h. jünger als 50 Jahre)
        • bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Frau zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Anwendung eines KHKs getroffen wird
      • Migräne
        • Anstieg der Häufigkeit oder des Schweregrads der Migräne während der Anwendung von KHK (die einem zerebrovaskulären Ereignis vorausgehen kann) kann ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein
      • andere Erkrankungen, die mit unerwünschten Gefäßereignissen verknüpft sind
        • Diabetes mellitus, Hyperhomocysteinämie, Erkrankung der Herzklappen und Vorhofflimmern, Dyslipoproteinämie und systemischer Lupus erythematodes
    • Symptome einer ATE
      • beim Auftreten von Symptomen ist den Frauen anzuraten, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie ein KHK anwenden
      • bei einem apoplektischen Insult können folgende Symptome auftreten:
        • plötzliche Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Köperseite
        • plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen
        • plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten
        • plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen
        • plötzliche, schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache
        • Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall
      • vorübergehende Symptome deuten auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA) handeln
      • bei einem Myokardinfarkt (MI) können folgende Symptome auftreten
        • Schmerz, Unbehagen, Druck, Schweregefühl, Enge- oder Völlegefühl in Brust, Arm oder unterhalb des Sternums+ADs
        • in den Rücken, Kiefer, Hals, Arm, Magen ausstrahlende Beschwerden
        • Völlegefühl, Indigestion oder Erstickungsgefühl
        • Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl
        • extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit
        • schnelle oder unregelmäßige Herzschläge
  • Tumorerkrankungen
    • maligne Tumore können lebensbedrohend oder tödlich sein
    • Mamma
      • Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ein leicht erhöhtes Brustkrebs- Risiko (RR = 1,24) für Frauen ergeben, die aktuell kombinierte orale Kontrazeptiva anwenden
        • dieses erhöhte Risiko geht innerhalb von 10 Jahren nach Absetzen der kombinierten oralen Kontrazeptiva allmählich wieder auf das altersentsprechende Grundrisiko zurück
      • da Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren selten auftritt, ist die Anzahl zusätzlicher Brustkrebserkrankungen bei Anwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva oder solchen, die früher kombinierte orale Kontrazeptiva eingenommen haben, gering im Vergleich zum Gesamtrisiko, an Brustkrebs zu erkranken
    • Zervix
      • einige epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass die Langzeitanwendung hormonaler Kontrazeptiva bei Frauen, die mit dem humanen Papillomavirus (HPV) infiziert sind, einen Risikofaktor für die Entwicklung eines Zervixkarzinoms darstellt
      • jedoch bislang nicht geklärt, in welchem Ausmaß dieses Ergebnis durch andere Faktoren (z.B. Unterschiede in der Anzahl an Sexualpartnern oder in der Anwendung mechanischer Verhütungsmethoden) beeinflusst wird
    • Leber
      • sehr selten über benigne Leberadenome bei Anwendung von kombinierten oralen Kontrazeptiva berichtet
        • in Einzelfällen rupturierten diese und führten zu lebensbedrohlichen intraabdominellen Blutungen
      • differenzialdiagnostisch sollte an einen Lebertumor gedacht werden, wenn bei Frauen, die kombinierte orale Kontrazeptiva anwenden, starke Schmerzen im Oberbauch, Lebervergrößerung oder Zeichen intraabdomineller Blutungen auftreten
      • Studien haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Leberzellkarzinomen bei Langzeitanwendung von kombinierten oralen Kontrazeptiva gezeigt (allerdings ist dieser Tumor extrem selten)
  • Sonstige Erkrankungen
    • Hypertriglyzeridämie, Pankreatitis
      • Frauen mit einer Hypertriglyzeridämie oder einer diesbezüglich positiven Familienanamnese können unter der Einnahme eines KHK ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Pankreatitis haben
    • Bluthochdruck
      • Erhöhung des Blutdrucks bei Anwendung von kombinierten oralen Kontrazeptiva berichtet, besonders bei älteren Frauen und länger dauernder Anwendung
      • Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit von Bluthochdruck mit dem Gestagengehalt zunimmt
      • Frauen mit hypertoniebedingten Krankheiten in der Vorgeschichte oder bestimmten Nierenerkrankungen sollte geraten werden, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden
    • Chloasma
      • insbesondere bei Frauen mit anamnestisch bekanntem Chloasma gravidarum kann es zu einem Chloasma kommen
      • bei Chloasma-Neigung daher unter der Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva Sonnenlicht und UV-Strahlung meiden
    • Hereditäres Angioödem
      • bei Frauen mit hereditärem Angioödem können exogen zugeführte +ANY-strogene Symptome eines Angioödems auslösen oder verschlimmern
    • Unregelmäßige Blutungen
      • Durchbruch- oder Schmierblutungen wurden bei Anwenderinnen von kombinierten oralen Kontrazeptiva beobachtet, insbesondere in den ersten Monaten der Einnahme
        • Beurteilung dieser Zwischenblutungen ist deshalb erst nach einer Einnahmedauer von ungefähr drei Monaten sinnvoll
        • Art und Dosis des Gestagens kann hierfür von Bedeutung sein
      • bei anhaltenden Blutungsunregelmäßigkeiten oder erneutem Auftreten nach zuvor regelmäßigen Zyklen
        • nicht hormonale Ursachen sollten in Betracht gezogen werden
        • wie bei jeder ungewöhnlichen vaginalen Blutung, sollten geeignete diagnostische Maßnahmen ergriffen werden zum Ausschluss einer malignen Erkrankung und einer Schwangerschaft
          • wenn beides ausgeschlossen wurde, können Ethinylestradiol / Dienogest weiter eingenommen oder zu einem anderen hormonalen Kontrazeptivum gewechselt werden
      • Zwischenblutungen können Hinweise auf eine reduzierte kontrazeptive Wirksamkeit sein
      • Entzugsblutung
        • bei einigen Anwenderinnen kann die Entzugsblutung während der Einnahmepause bzw. wirkstofffreien Phase ausbleiben
        • wenn Ethinylestradiol / Dienogest vor der ersten ausbleibenden Entzugsblutung nicht gemäß den Dosierungsanweisungen eingenommen wurde oder die Entzugsblutung in zwei aufeinanderfolgenden Zyklen ausbleibt, muss vor der weiteren Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
      • nach dem Absetzen von hormonalen Kontrazeptiva kann es längere Zeit dauern, bis wieder ein normaler Zyklus abläuft
    • akute oder chronische Leberfunktionsstörungen
      • können eine Unterbrechung der Einnahme des KHK erforderlich machen, bis die Parameter für die Leberfunktion wieder im Normbereich liegen
      • Wiederauftreten eines in einer vorangegangenen Schwangerschaft oder während einer früheren Anwendung von steroidalen Sexualhormonen aufgetretenen cholestatischen Ikterus und/oder eines cholestatischen Pruritus macht das Absetzen des KHK erforderlich
    • Diabetes
      • obwohl KHK einen Einfluss auf die periphere Insulinresistenz und Glucosetoleranz haben können, liegen keine Hinweise für eine Notwendigkeit zur Änderung des Therapieplanes bei Diabetikerinnen vor, welche KHK anwenden
      • dennoch sollen Diabetikerinnen, insbesondere in der ersten Zeit der KHK-Anwendung, sorgfältig überwacht werden
    • über ein Auftreten oder eine Verschlechterung folgender Erkrankungen sowohl in der Schwangerschaft als auch unter KHK-Anwendung berichtet, wobei ein Zusammenhang mit der KHK-Anwendung nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte:
      • Cholestase-bedingter Ikterus und/oder Pruritus
      • Cholelithiasis
      • Porphyrie
      • systemischer Lupus erythematodes
      • hämolytischurämisches Syndrom
      • Sydenham Chorea
      • Herpes gestationis
      • Otosklerose-bedingter Hörverlust
    • unter KHK-Anwendung Verschlechterung von Depressionen, Epilepsie, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa berichtet
  • ALT-Erhöhung
    • in klinischen Studien mit Patienten, die gegen Hepatitis C-Virusinfektionen (HCV) mit Arzneimitteln, die Ombitasvir / Paritaprevir / Ritonavir und Dasabuvir mit und ohne Ribavirin enthalten, behandelt wurden, traten Transaminase (ALT)-Erhöhungen, die 5 mal höher als die Obergrenze des Normalwertes waren (Upper Limit of Normal, ULN), bei Frauen, die Ethinylestradiolhaltige Arzneimittel (wie z.B. in kombinierten hormonalen Kontrazeptiva (KHK)) anwenden, signifikant häufiger auf
  • kontrazeptive Wirksamkeit kann beeinträchtigt sein,
    • wenn die Einnahme vergessen werden
    • bei Erbrechen oder Durchfall
    • wenn gleichzeitig bestimmte andere Arzneimittel eingenommen werden
      • wenn kombinierte orale Kontrazeptiva und Johanniskraut gleichzeitig eingenommen werden, zusätzliche nicht hormonale Verhütungsmethode empfohlen
  • Ärztliche Untersuchung / Beratung
    • vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Ethinylestradiol / Dienogest
      • muss eine vollständige Anamnese (mit Erhebung der Familienanamnese) erfolgen und eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden
      • Blutdruck sollte gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, die sich an den Kontraindikationen und Warnhinweisen orientiert
      • wichtig, die Frau auf die Informationen zu venösen und arteriellen Thrombosen hinzuweisen, einschließlich
        • des Risikos von Ethinylestradiol / Dienogest im Vergleich zu anderen KHK
        • die Symptome einer VTE und ATE
        • die bekannten Risikofaktoren
        • und darauf, was im Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist
      • die Anwenderin zudem anweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin gegebenen Ratschläge zu befolgen
    • Häufigkeit und Art der Untersuchungen sollte den gängigen Untersuchungsleitlinien entsprechen und individuell auf die Frau abgestimmt werden
  • HIV-Infektionen, AIDS
    • Anwenderinnen darüber aufklären, dass hormonale Kontrazeptiva nicht vor HIV-Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

  • kontraindiziert während der Schwangerschaft
    • vor Beginn der Anwendung Schwangerschaft ausschließen
    • tritt unter der Anwendung eine Schwangerschaft ein, Arzneimittel sofort absetzen
  • epidemiologische Untersuchungen
    • in umfangreichen epidemiologischen Untersuchungen kein erhöhtes Risiko für Missbildungen gefunden bei Kindern, deren Mütter vor der Schwangerschaft Kombinationspräparate zur oralen Kontrazeption eingenommen hatten
    • bis heute zeigten die meisten epidemiologischen Studien keine teratogene Wirkung bei versehentlicher Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva in der Frühschwangerschaft
    • solche Studien wurden mit Dienogest plus Ethinylestradiol nicht durchgeführt
  • die zur Anwendung von Dienogest plus Ethinylestradiol während der Schwangerschaft verfügbaren Daten zu begrenzt, um Schlussfolgerungen hinsichtlich negativer Auswirkungen auf die Schwangerschaft und die Gesundheit des Fetus bzw. des Neugeborenen zu ermöglichen
    • bislang keine relevanten epidemiologischen Daten für Dienogest plus Ethinylestradiol verfügbar
  • tierexperimentelle Studien
    • zeigten unerwünschte Wirkungen während der Trächtigkeit und Laktation
    • aufgrund dieser Versuchsergebnisse bei Tieren kann eine unerwünschte hormonelle Wirkung der Wirkstoffe nicht ausgeschlossen werden
  • allgemeine Erfahrungen mit Kombinationspräparaten zur oralen Kontrazeption während der Schwangerschaft ergaben jedoch keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen beim Menschen
  • erhöhtes VTE-Risiko in der Zeit nach der Geburt
    • sollte vorder erneuten Anwendung nach einer Anwendungspause bedacht werden

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Dienogest und Ethinylestradiol - peroral

  • Dienogest plus Ethinylestradiol sollten nicht in der Stillzeit angewendet werden
    • Milchproduktion kann reduziert sein
    • geringe Wirkstoffmengen können in die Milch übergehen
  • wenn möglich, sollten bis zum vollständigen Abstillen des Kindes nicht hormonale Kontrazeptionsmethoden angewendet werden
  • tierexperimentelle Studien
    • haben unerwünschte Wirkungen in der Stillzeit gezeigt
    • nach hohen Dosen von Dienogest in der späten Trächtigkeit und während der Laktation war die Fertilität der Nachkommen beeinträchtigt

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung im 3. Trimenon der Schwangerschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht gezogen werden.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Kosten für im Rahmen dieser Richtlinie verordnete Mittel zur Empfängnisverhütung sowie deren Applikation fallen nicht unter die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Ausgenommen sind Versicherte bis zum vollendeten 22. Lebensjahr, sie haben Anspruch auf Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln. Bitte beachten Sie, dass dieses Präparat bei Patienten ab dem 23. Lebensjahr, d.h. nach dem 22. Geburtstag, in Abhängigkeit von der med. Indikation ggf. nicht mehr zu Lasten der GKV erstattungsfähig ist.

 

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