Leflunomid STADA 10mg (100 St)

Hersteller STADAPHARM GmbH
Wirkstoff Leflunomid
Wirkstoff Menge 10 mg
ATC Code L04AA13
Preis 154,07 €
Menge 100 St
Darreichung (DAR) FTA
Norm N3
Leflunomid STADA 10mg (100 St)

Medikamente Prospekt

Leflunomid10mg
(H)CrospovidonHilfsstoff
(H)HypromelloseHilfsstoff
(H)Lactose 1-WasserHilfsstoff
Lactose17.6mg
(H)Macrogol 8000Hilfsstoff
(H)Magnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]Hilfsstoff
(H)MaisstärkeHilfsstoff
(H)Povidon K30Hilfsstoff
(H)Silicium dioxid, hochdispersHilfsstoff
(H)TalkumHilfsstoff
(H)Titan dioxidHilfsstoff
[Basiseinheit = 1 Stück]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Leflunomid, insb. bei Auftreten von
    • Stevens-Johnson-Syndrom
    • toxische epidermale Nekrolyse
    • Erythema multiforme
  • Überempfindlichkeit gegen den aktiven Hauptmetaboliten Teriflunomid
  • schwerer Immundefekt, z.B. AIDS
  • deutlich eingeschränkte Knochenmarksfunktion oder ausgeprägte Anämie, Leukopenie, Neutropenie und Thrombozytopenie, die andere Ursachen als die rheumatoide Arthritis oder die Psoriasis-Arthritis haben
  • schwere Infektionen
  • mittlere bis schwere Niereninsuffizienz (nicht genügend klinische Erfahrung)
  • schwere Hypoproteinämie, z.B. bei nephrotischem Syndrom
  • eingeschränkte Leberfunktion
  • Schwangere oder Frauen in gebärfähigem Alter, die keinen zuverlässigen Empfängnisschutz praktizieren, sowohl während der Behandlung mit Leflunomid als auch nach Beenden der Therapie solange der Plasmaspiegel des aktiven Metaboliten über 0,02 mg/l liegt
    • Schwangerschaft muss vor Therapiebeginn mit Leflunomid ausgeschlossen werden
  • Stillzeit

Art der Anwendung



  • Einnahme der Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit
  • keine Beeinträchtigung der Resorption durch Nahrungsaufnahme

Dosierung



  • allgemein
    • Einleitung und Überwachung der Behandlung nur von Fachärzten, die über ausreichende Erfahrung in der Behandlung von rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis verfügen
    • Kontrolle von Alaninaminotransferase (ALT) oder Serum-Glutamat-Pyruvat-Transferase (SGPT) und eines vollständigen Blutbildes, einschl. Differenzialblutbild und Plättchenzahl, zur gleichen Zeit und mit gleicher Häufigkeit
      • vor Beginn der Behandlung
      • alle 2 Wochen während der ersten 6 Monate der Behandlung und
      • anschließend alle 8 Wochen
  • aktive rheumatoide Arthritis
    • 1 - 3. Tag: 100 mg Leflunomid 1mal / Tag
    • Hinweis
      • Verzicht auf die Aufsättigungsdosis kann möglicherweise das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen vermindern
    • Erhaltungsdosis: 1 - 2 Tabletten (10 - 20 mg Leflunomid) 1mal / Tag, je nach Schwere (Aktivität) der Erkrankung
  • aktive Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica)
    • 1 - 3. Tag: 100 mg Leflunomid 1mal / Tag
    • Erhaltungsdosis: 2 Tabletten (20 mg Leflunomid) 1mal / Tag
  • Behandlungsdauer
    • Eintreten der therapeutischen Wirkung normalerweise nach 4 - 6 Wochen
    • ggf. weitere Steigerung während der folgenden 4 - 6 Monate

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • leicht
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • mittel - schwer
      • Anwendung kontraindiziert (nicht genügend klin. Erfahrung)
  • Leberinsuffizienz
    • Anwendung kontraindiziert
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Wirksamkeit und Unbedenklichkeit bei juveniler rheumatoider Arthritis (JRA) nicht gesichert
    • Anwendung nicht empfohlen

Indikation



  • antirheumatische Basistherapie (+ACY-quot,disease modifying antirheumatic drug+ACY-quot, (DMARD)) zur Behandlung von Erwachsenen mit:
    • aktiver rheumatoider Arthritis
    • aktiver Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica)
  • Hinweise:
    • kurz zurückliegende oder gleichzeitige Behandlung mit hepato- oder hämatotoxischen DMARDs (z. B. Methotrexat) kann das Risiko schwerer Nebenwirkungen erhöhen
      • Einleitung einer Behandlung unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung dieser Besonderheiten
    • bei Nichtbeachten des Auswaschverfahrens kann es beim Wechsel zu einem anderen DMARD zu einem erhöhten Risiko von zusätzlichen Nebenwirkungen kommen, selbst wenn der Wechsel schon länger zurückliegt

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere Infektionen, einschließlich Sepsis, u.U. mit letalem Verlauf
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Anfälligkeit für Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen
      • insgesamt erhöhte Häufigkeit von Infektionen (insbesondere Rhinitis, Bronchitis und Pneumonie)
  • Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • erhöhtes Malignomrisiko, insbesondere die Gefahr lymphoproliferativer Veränderungen, bei Anwendung mancher Immunsuppressiva
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Leukopenie (Leukozyten > 2 G/l)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
      • leichte Thrombozytopenie (Plättchen < 100 G/l)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Panzytopenie (möglicherweise aufgrund antiproliferativer Mechanismen)
      • Leukopenie (Leukozyten < 2G/l)
      • Eosinophilie
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Agranulozytose
    • Hinweis
      • erhöhtes Risiko von hämatologischen Effekten durch kurz zurückliegende, gleichzeitige oder anschließende Anwendung von potenziell myelosuppressiv wirkenden Substanzen
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte allergische Reaktionen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen
      • Vaskulitis, einschließlich nekrotisierender Vaskulitis der Haut
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • CK-Erhöhung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypokaliämie
      • Hyperlipidämie
      • Hypophosphatämie
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • LDH-Erhöhung
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypourikämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angstgefühl
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Parästhesie
      • Kopfschmerzen
      • Schwindel
      • periphere Neuropathie
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • leichte Blutdruckerhöhung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere Blutdruckerhöhung
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • interstitielle Lungenerkrankung (einschließlich interstitieller Pneumonitis), u.U. mit letalem Verlauf
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • pulmonale Hypertonie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kolitis, einschließlich mikroskopischer Kolitis, wie etwa lymphozytäre Kolitis oder kollagene Kolitis
      • Durchfall
      • Übelkeit
      • Erbrechen
      • Erkrankungen der Mundschleimhaut (z. B. aphthöse Stomatitis, Mundulzera)
      • Bauchschmerzen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Geschmacksveränderungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • erhöhte Leberwerte (Transaminasen [insbesondere ALT], seltener Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Hepatitis
      • Gelbsucht/Cholestase
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • schwere Leberschäden wie Leberversagen und akute Lebernekrose, u.U. mit letalem Verlauf
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • verstärkter Haarausfall
      • Ekzem
      • Hautausschlag (u. a. makulopapulöser Ausschlag)
      • Pruritus
      • trockene Haut
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Nesselsucht
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • Erythema multiforme
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • kutaner Lupus erythematodes
      • Psoriasis pustulosa oder Verschlechterung einer Psoriasis
      • Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
  • Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Sehnenscheidenentzündung
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Sehnenruptur
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenversagen
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • geringe (reversible) Verringerung der Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und schnellen progressiven Motilität
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Appetitlosigkeit
      • Gewichtsverlust (im Allgemeinen unbedeutend)
      • Asthenie

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

  • Behandlung nur von Fachärzten einzuleiten und zu überwachen, die über ausreichende Erfahrung in Behandlung von rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis verfügen
  • gleichzeitige Verabreichung von hepato- oder hämatotoxischen DMARDs (z.B. Methotrexat) nicht empfehlenswert
  • aktiver Metabolit von Leflunomid (A771726) hat lange Halbwertszeit von üblicherweise 1 - 4 Wochen
    • schwere Nebenwirkungen (z.B. Hepatotoxizität, Hämatotoxizität oder allergische Reaktionen) könnten selbst nach Beendigung der Behandlung mit Leflunomid auftreten
      • wenn solche toxischen Reaktionen auftreten oder wenn A771726 aus irgendeinem anderen Grund schnell aus dem Körper eliminiert werden muss: Auswaschmaßnahmen durchführen
      • Auswaschmaßnahmen können, falls klinisch notwendig, wiederholt werden
  • Leberreaktionen
    • während der Behandlung in seltenen Fällen schwere Leberschäden beobachtet
      • darunter auch Fälle mit tödlichem Ausgang
      • meiste Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf
      • häufig gleichzeitig andere hepatotoxische Medikamente verabreicht
      • daher unbedingte Erforderlichkeit, die empfohlenen Überwachungsmaßnahmen streng einzuhalten
    • ALT (SGPT) vor Beginn und während der ersten 6 Monate der Behandlung genauso häufig wie das vollständige Blutbild (alle 2 Wochen) kontrollieren, anschließend alle 8 Wochen
      • Erhöhung der ALT (SGPT) auf Werte zwischen dem 2- bis 3fachen der oberen Normgrenze
        • Dosisreduzierung von 20 mg auf 10 mg in Betracht ziehen
        • wöchentliche Kontrollen
      • Erhöhung der ALT (SGPT) auf Werte über dem 2fachen der oberen Normwerte persistiert oder auf mehr als das 3fache der oberen Normgrenze
        • Leflunomid absetzen und Auswaschmaßnahmen einleiten
        • Kontrollen der Leberenzyme nach Abbruch der Behandlung mit Leflunomid fortsetzen, bis sich die Leberenzymwerte normalisiert haben
    • aufgrund möglicher additiver hepatotoxischer Effekte empfohlen, während der Behandlung mit Leflunomid Alkohol zu meiden
    • aktiver Metabolit von Leflunomid, A771726, in hohem Maß an Proteine gebunden und über hepatische Metabolisierung und Gallesekretion ausgeschieden
      • Plasmaspiegel von A771726 können bei Patienten mit Hypoproteinämie erhöht sein
      • bei Patienten mit schwerer Hypoproteinämie oder eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert
  • Hämatologische Reaktionen
    • gleichzeitig mit der Kontrolle von ALT muss vollständiges Blutbild, einschließlich Differenzialblutbild und Plättchenzahl erstellt werden
      • vor Beginn der Behandlung mit Leflunomid
      • alle 2 Wochen innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung
      • anschließend alle 8 Wochen
    • bei Patienten mit vorbestehender Anämie, Leukopenie und/oder Thrombozytopenie sowie bei Patienten mit eingeschränkter Knochenmarksfunktion oder mit einem Risiko für Knochenmarksdepression
      • Risiko von hämatologischen Störungen erhöht
    • falls solche Effekte auftreten, Auswaschmaßnahmen erwägen, um Plasmaspiegel von A771726 zu senken
    • bei schweren hämatologischen Reaktionen, einschließlich Panzytopenie
      • diese und alle anderen myelosuppressiven Begleittherapien absetzen
      • sofort Auswaschmaßnahmen für Leflunomid einleiten
  • Kombinationsbehandlung
    • gleichzeitige Anwendung von Leflunomid und anderen antirheumatischen Basistherapeutika wie Malariamitteln (z.B. Chloroquin und Hydroxychloroquin), i.m. oder oral verabreichtem Gold, D-Penicillamin, Azathioprin und anderen immunsuppressiv wirkenden Substanzen (mit Ausnahme von Methotrexat) bisher nicht untersucht
    • Risiko einer Kombinationstherapie, vor allem in der Langzeitbehandlung, nicht bekannt
    • solche Therapie kann zu additiver oder gar synergistischer Toxizität (z. B. Hepato- oder Hämatotoxizität) führen
    • gleichzeitige Verabreichung von Leflunomid mit einem weiteren DMARD (z. B. Methotrexat) nicht empfehlenswert
    • Vorsicht geboten, wenn Leflunomid gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln (mit Ausnahme nichtsteroidaler Antirheumatika), die auch durch CYP2C9 metabolisiert werden, wie Phenytoin, Warfarin, Phenprocoumon und Tolbutamid, gegeben wird
    • gleichzeitige Anwendung von Teriflunomid mit Leflunomid wird nicht empfohlen, da Leflunomid die Muttersubstanz von Teriflunomid ist
  • Umstellung auf eine andere Behandlung
    • Leflunomid hat lange Verweildauer im Körper
    • Umstellung auf ein anderes DMARD (z. B. Methotrexat) kann, wenn kein Auswaschverfahren durchgeführt wird, auch längerfristig nach beendeter Gabe von Leflunomid das Risiko additiver Effekte/Unverträglichkeiten, erhöhen (z. B. Beeinflussung der Kinetik, Organtoxizität)
    • kurz zurückliegende Behandlungen mit hepato- oder hämatotoxischen Arzneimitteln (z.B. Methotrexat) können vermehrt zu Nebenwirkungen führen
    • Einleitung einer Behandlung mit Leflunomid sorgfältig unter Nutzen-Risiko-Abwägung dieser Besonderheiten überlegen
    • nach Wechsel in der Anfangszeit engere Überwachung erforderlich
  • Hautreaktionen
    • bei Auftreten einer ulzerierenden Stomatitis ist die Behandlung mit Leflunomid abzubrechen
    • sehr selten wurde bei Patienten, die mit Leflunomid behandelt wurden, über Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse berichtet
    • sobald Haut- und/oder Schleimhautreaktionen beobachtet werden, die diese schwerwiegenden Reaktionen vermuten lassen
      • diese und alle anderen Therapien, die möglicherweise damit im Zusammenhang stehen, absetzen
      • umgehend Auswaschmaßnahmen zu Leflunomid einleiten
      • in solchen Fällen ist vollständiges Auswaschen essenziell
      • Leflunomid darf in diesen Fällen nicht wieder verabreicht werden
    • Psoriasis pustulosa und Verschlechterung einer Psoriasis
      • nach der Einnahme von Leflunomid beobachtet
      • Beendigung der Behandlung sollte unter Berücksichtigung der Erkrankung des Patienten und seiner Vorgeschichte in Betracht gezogen werden
  • Infektionen
    • von immunsuppressiven Arzneimitteln, wie Leflunomid, bekannt, dass sie die Anfälligkeit von Patienten für Infektionen, einschließlich opportunistischer Infektionen, erhöhen
    • Infektionen können erhöhten Schweregrad aufweisen
    • frühzeitige und effiziente Behandlung erforderlich
    • bei schweren, unkontrollierten Infektionen kann es erforderlich sein, die Behandlung mit Leflunomid zu unterbrechen und Auswaschmaßnahmen einzuleiten
    • bei Patienten, die mit Leflunomid und anderen immunsuppressiven Arzneimitteln behandelt wurden
      • Einzelfälle von Progressiver Multifokaler Leukoenzephalopathie (PML) berichtet
    • Patienten mit Tuberkulinreaktivität wegen des Risikos einer Tuberkulosereaktivierung sorgfältig überwachen
  • Reaktionen der Atemwege
    • unter der Behandlung mit Leflunomid interstitielle Lungenerkrankungen sowie seltene Fälle von pulmonaler Hypertonie beobachtet
      • Risiko für ihr Auftreten kann bei Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung in der Anamnese erhöht sein
    • interstitielle Lungenerkrankung kann während der Therapie akut auftreten und unter Umständen zum Tode führen
    • Lungenbeschwerden wie Husten oder Dyspnoe sind gegebenenfalls Grund, die Therapie zu unterbrechen und entsprechende Untersuchung vorzunehmen.
  • Periphere Neuropathie
    • Fälle von peripherer Neuropathie beobachtet
    • die meisten Patienten besserten sich nach dem Absetzen von Leflunomid, jedoch weisen die Studienergebnisse eine breite Variabilität auf, das heißt bei einigen Patienten bildete sich die Neuropathie zurück und manche Patienten hatten andauernde Symptome
    • bei älteren Patienten über 60 Jahre mit einer gleichzeitigen neurotoxischen Behandlung und Diabetes kann das Risiko einer peripheren Neuropathie erhöht sein
    • wenn Patienten unter der Einnahme von Leflunomid eine periphere Neuropathie entwickeln, sollten ein Absetzen der Leflunomid -Therapie und Auswaschmaßnahmen in Erwägung gezogen werden
  • Blutdruck
    • Blutdruck muss vor Beginn und während der Therapie mit Leflunomid in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden
  • Kolitis
    • es wurde bei mit Leflunomid behandelten Patienten über Kolitis, einschließlich mikroskopischer Kolitis, berichtet
    • bei Patienten unter Behandlung mit Leflunomid, die an chronischem Durchfall ungeklärter Ursache leiden, sollten angemessene Diagnoseverfahren durchgeführt werden
  • Zeugungswunsch (Empfehlungen für Männer)
    • mögliche, über den Mann vermittelte Fetotoxizität von Leflunomid
      • zuverlässiger Empfängnisschutz während der Behandlung mit Leflunomid sollte gewährleistet sein
    • keine spezifischen Daten zum Risiko einer über den Mann vermittelten Fetotoxizität von Leflunomid
    • keine tierexperimentellen Untersuchungen zur Abklärung dieses spezifischen Risikos durchgeführt
    • zur Minimierung möglicher Risiken sollten Männer, die ein Kind zeugen möchten, folgendes in Erwägung ziehen
      • Leflunomid absetzen
      • 8 g Colestyramin 3mal täglich für 11 Tage oder 50 g Aktivkohlepulver 4mal täglich für 11 Tage einnehmen
      • im Anschluss die Plasmakonzentration von A771726 zum ersten Mal messen
      • in der Folge die A771726-Plasmakonzentration nach einem Intervall von mind. 14 Tagen nochmals bestimmen
      • wenn beide Plasmaspiegel unter 0,02 mg/l liegen sowie nach einer Wartezeit von mind. 3 Monaten toxisches Risiko für den Fetus sehr gering
  • Auswaschmaßnahmen
    • 8 g Colestyramin 3mal täglich oder 50 g Aktivkohlepulver 4mal täglich verabreichen
    • komplette Auswaschphase dauert normalerweise 11 Tage
    • in Abhängigkeit von den klinischen oder laborchemischen Variablen kann die Dauer jedoch entsprechend verändert werden
  • Interferenz mit der Bestimmung des ionisierten Kalziumspiegels
    • falsch niedrige Werte bei der Messung des ionisierten Kalziumspiegels unter Behandlung mit Leflunomid und/oder Teriflunomid (dem aktiven Metaboliten von Leflunomid) je nach verwendetem Analysator für die Analyse des ionisierten Kalziums (d. h. der Art des Blutgasanalysators) möglich
    • die Plausibilität eines beobachteten niedrigen ionisierten Kalziumspiegels bei Patienten unter Leflunomid oder Teriflunomid muss hinterfragt werden
    • bei angezweifelten Messungen wird empfohlen, den Gesamtalbumin-adjustierten Kalziumspiegel im Serum zu bestimmen

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

  • während der Schwangerschaft kontraindiziert
  • der aktive Metabolit von Leflunomid, A771726, verursacht vermutlich schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu 2 Jahren bzw. bis zu 11 Tagen (siehe +ACY-quot,Auswaschmaßnahmen+ACY-quot,) nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden
  • Patientinnen sind darauf aufmerksam zu machen, dass sie bei jeder Verzögerung im Einsetzen der Monatsblutung oder bei jedem anderen Grund, der eine Schwangerschaft vermuten lässt, sofort ihren Arzt benachrichtigen müssen, um einen Schwangerschaftstest durchführen zu lassen
    • bei einem positiven Ergebnis müssen Arzt und Patientin das Risiko für die Schwangerschaft besprechen
    • möglicherweise kann ein rasches Absenken des Blutspiegels des aktiven Metaboliten durch Einleitung des nachfolgend beschriebenen Verfahrens zur Arzneistoffelimination bei der ersten Verzögerung der Regel das Leflunomid-bedingte Risiko für den Fetus verringern
  • in einer kleinen prospektiven Studie bei Frauen (n=64), die unbeabsichtigt schwanger wurden, wobei die Einnahme von Leflunomid nicht länger als bis 3 Wochen nach der Konzeption erfolgte und ein Auswaschverfahren angeschlossen wurde, wurden keine signifikanten Unterschiede (p=0,13) hinsichtlich der Gesamtrate von bedeutenden strukturellen Schäden (5,4%) im Vergleich zu beiden Vergleichsgruppen festgestellt (4,2% bei der Gruppe mit analoger Erkrankung [n=108] und 4,2% bei gesunden, schwangeren Frauen [n=78])
  • bei Frauen, die mit Leflunomid behandelt werden und schwanger werden wollen, wird eine der folgenden Vorgehensweisen empfohlen, um sicherzustellen, dass der Fetus keinen toxischen A771726-Konzentrationen ausgesetzt wird (Ziel ist eine Konzentration unter 0,02 mg/l):
    • Wartezeit:
      • man muss davon ausgehen, dass die A771726-Plasmaspiegel für einen längeren Zeitraum über 0,02 mg/l liegen, Absinken der Konzentration unter 0,02 mg/l ist erst etwa 2 Jahre nach Beendigung der Behandlung mit Leflunomid zu erwarten
      • nach einer Wartezeit von 2 Jahren wird die Plasmakonzentration von A771726 zum ersten Mal gemessen
      • in der Folge muss die A771726-Plasmakonzentration nach einem Intervall von mind.
        14 Tagen nochmals bestimmt werden
      • wenn beide Plasmaspiegel unter 0,02 mg/l liegen, ist kein teratogenes Risiko zu erwarten
      • weitere Informationen zur Testmethode teilt der jeweilige Hersteller mit
    • Auswaschmaßnahmen
      • nach Absetzen der Leflunomidtherapie
        • 8 g Colestyramin 3mal / Tag über einen Zeitraum von 11 Tagen verabreichen
        • oder 50 g Aktivkohlepulver 4mal / Tag über einen Zeitraum von 11 Tagen geben
      • unabhängig von dem gewählten Auswaschverfahren, ist im Anschluss ebenfalls eine Überprüfung des Plasmaspiegels durch 2 getrennte Tests im Abstand von mindestens 14 Tagen und eine Wartezeit von 1 1/2 Monaten zwischen dem ersten Messen eines Plasmaspiegels unter 0,02 mg/l und der Befruchtung erforderlich
      • Frauen in gebärfähigem Alter darauf hinweisen, dass nach Absetzen der Therapie eine Wartezeit von 2 Jahren erforderlich ist, bevor sie schwanger werden dürfen
        • ist eine Wartezeit von bis zu etwa 2 Jahren mit verlässlichem Empfängnisschutz nicht praktikabel, kann die vorsorgliche Einleitung von Auswaschmaßnahmen ratsam sein
      • sowohl Colestyramin als auch Aktivkohlepulver können Resorption von +ANY-strogenen und Progestagenen so beeinflussen, dass ein zuverlässiger Empfängnisschutz mit oralen Kontrazeptiva während der Auswaschmaßnahmen mit Colestyramin oder Aktivkohlepulver nicht garantiert werden kann
        • empfohlen, andere Methoden des Empfängnisschutzes anzuwenden
  • Fertilität
    • Ergebnisse tierexperimenteller Fertilitätsstudien haben keine Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität gezeigt
    • aber in Toxizitätsuntersuchungen mit wiederholter Verabreichung wurden unerwünschte Wirkungen an den männlichen Fortpflanzungsorganen beobachtet

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Leflunomid - peroral

  • in der Stillzeit kontraindiziert
  • tierexperimentelle Studien
    • Übergang in die Muttermilch sowohl von Leflunomid als auch seiner Metaboliten

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Einnahme in aufrechter Körperhaltung.

Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens durch Arzneistoff und/oder Nebenwirkung, Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienen von Maschinen eingeschränkt möglich.

Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung im 3. Trimenon der Schwangerschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht gezogen werden.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Für das selektierte Präparat existieren Therapiehinweise gem. §92 Abs. 2 Satz 7 SGB V in Verbindung mit §17 der Arzneimittelrichtlinie (AM-RL) zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von Arzneimitteln (vgl. hierzu Anlage IV zum Abschnitt H der Arzneimittelrichtlinie). Beschluss vom: 16.08.2007 / 15.05.2008 In Kraft getreten am: 21.12.2007 / 03.09.2008 Letzte Änderung der AM-RL Anlage IV in Kraft getreten am: 21.12.2016 Den relevanten Abschnitt der Arzneimittelrichtlinie können Sie im originalen Wortlaut über folgenden Hyperlink einsehen.

 

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Rechtliche Hinweise

Warnung

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