Irinotecan Tillomed20mg/ml (25 ml)

Hersteller Tillomed Pharma GmbH
Wirkstoff Irinotecan
Wirkstoff Menge 17,33 mg
ATC Code L01XX19
Preis 1016,65 €
Menge 25 ml
Darreichung (DAR) IFK
Norm N1
Irinotecan Tillomed20mg/ml (25 ml)

Medikamente Prospekt

Irinotecan17.33mg
(H)MilchsäureHilfsstoff
(H)Natrium hydroxidHilfsstoff
(H)SorbitolHilfsstoff
(H)Wasser, für InjektionszweckeHilfsstoff
(H)Gesamt Natrium IonZusatzangabe0.9-1.8 (1.35)mg
[Basiseinheit = 1 Milliliter]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen und/oder Darmverschluss
  • Überempfindlichkeit gegenüber Irinotecan / Irinotecanhydrochlorid-3-Wasser
  • Bilirubinwerte > 3-facher oberer Normalwert
  • schwere Störung der Knochenmarkfunktion
  • WHO Performance Status > 2
  • gleichzeitige Anwendung von Johanniskrautpräparaten
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • über zusätzliche Kontraindikationen von in Kombination verabreichten Arzneimitteln siehe jeweilige Fachinformation

Art der Anwendung



  • verdünnte Infusionslösung in eine periphere oder zentrale Vene infundieren
  • Irinotecan Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung darf nicht als intravenöser Bolus oder als intravenöse Infusion kürzer als 30 Minuten oder länger als 90 Minuten verabreicht werden
  • weitere Hinweise zur Handhabung s. Fachinformation

Dosierung



Basiseinheit: Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 20 mg Irinotecanhydrochlorid x 3 H2O / ml (entsprechend 17,33 mg Irinotecan / ml).

  • fortgeschrittenes kolorektales Karzinom, metastasiertes Karzinom des Kolons oder Rektums
    • Monotherapie (für vorbehandelte Patienten)
      • 350 mg Irinotecanhydrochlorid x 3 H2O / m2 KOF 1mal / 3 Wochen i.v. über 30 - 90 Min.
    • Kombinationstherapie (für nicht vorbehandelte Patienten)
      • Irinotecan plus 5-Fluorouracil (5-FU) / Folinsäure (FA) im Schema ,alle 2 Wochen+ACY-quot+ADs
        • 180 mg Irinotecanhydrochlorid x 3 H2O / m2 KOF 1mal / 2 Wochen i.v. über 30 - 90 Min., gefolgt von einer Infusion mit 5-FU und FA
    • begleitende Therapie mit Cetuximab
      • siehe Produktinformation dieses Arzneimittels
      • Anwendung der gleichen Irinotecan-Dosis, die in den letzten Zyklen des vorangegangenen Irinotecan enthaltenden Regimes verabreicht wurde
      • Verabreichung nicht früher als 1 Stunde nach Ende der Cetuximab-Infusion
    • begleitende Therapie mit Bevacizumab: Fachinformation von Bevacizumab beachten
    • Dosisanpassung auf Grund von Nebenwirkungen
      • Verabreichung erst nach
        • angemessener Erholung aller Nebenwirkungen auf Grad 0 oder 1 der Allgemeinen Toxizitätskriterien und
        • vollständigem Abklingen einer behandlungsbedingten Diarrh+APY
      • zu Beginn einer nachfolgenden Infusionsbehandlung Dosisreduktion des Arzneimittels und ggf. 5-FU entsprechend dem höchsten Grad bei der vorausgegangenen Infusion beobachteter Nebenwirkung
      • Behandlung um 1 - 2 Wochen verschieben (Erholung behandlungsbedingter Nebenwirkungen)
      • Dosissenkung von 15 - 20 % für das Arzneimittel und/ oder ggf. 5-FU erforderlich bei
        • hämatologischer Toxizität
          • Neutropenie Grad 4
          • Neutropenie mit Fieber (Neutropenie Grad 3 - 4 und Fieber Grad 2 - 4)
          • Thrombozytopenie und Leukopenie (Grad 4)
        • nicht-hämatologischer Toxizität (Grad 3 - 4)
      • Dosisanpassung von Cetuximab/ Bevacizumab in der Kombinationstherapie: entsprechende Produkt-/ Fachinformationen beachten
    • Behandlungsdauer
      • bis zum Auftreten einer objektiven Progression der Erkrankung oder inakzeptablen Toxizität
    • Kinder
      • Anwendung kontraindiziert
    • ältere Patienten
      • keine spezifischen pharmakokinetischen Studien durchgeführt
      • sorgfältige Dosisbestimmung (häufigeres Vorkommen reduzierter biologischer Funktionen) und intensivere Überwachung
    • beeinträchtigte Leberfunktion
      • Monotherapie
        • bei Performance Status +ACY-lt+ADsAPQ- 2 Bilirubinwerte im Blut (bis zum 3fachen des oberen Normalwerts (ULN)) zur Bestimmung der Anfangsdosis des Arzneimittels heranziehen
        • bei Hyperbilirubinämie und Prothrombinzeit > 50 % verminderte Clearance des Arzneimittels
        • wöchentliche Kontrolle des kompletten Blutbildes (erhöhtes Risiko auf Hämatotoxizität)
        • Bilirubin < 1,5facher ULN: 350 mg Irinotecanhydrochlorid x 3 H2O / m2 KOF
        • Bilirubin: 1,5 - 3facher ULN: 200 mg Irinotecanhydrochlorid x 3 H2O / m2 KOF
        • Bilirubin > 3facher ULN: Anwendung kontraindiziert
      • Kombinationstherapie
        • keine Angaben vorliegend
    • beeinträchtigte Nierenfunktion
      • Anwendung nicht empfohlen (keine Studien durchgeführt)

Indikation



  • Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom
    • in Kombination mit 5-Fluorouracil und Folinsäure bei Patienten ohne vorausgegangene Chemotherapie einer fortgeschrittenen Erkrankung
    • als Monotherapie bei Patienten, die auf eine Vorbehandlung mit einem etablierten 5-Fluorouracil-haltigen Regime nicht angesprochen haben
  • Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem Karzinom des Kolons oder Rektums in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU), Folinsäure (FA) und Bevacizumab
  • Behandlung von Patienten mit EGFR (epidermal growth factor receptor)-exprimierendem metastasierendem kolorektalem Karzinom nach Versagen einer Irinotecan enthaltenden zytotoxischen Therapie in Kombination mit Cetuximab

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

Nebenwirkungen berichtet unter Irinotecan-Monotherapie

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Anämie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • febrile Neutropenie
      • Thrombozytopenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderter Appetit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • cholinerges Syndrom
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrh+APY
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstopfung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Alopezie (reversibel)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schleimhautentzündung
      • Pyrexie
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Serumkreatinin erhöht
      • Transaminasen (SGPT und SGOT) erhöht
      • Bilirubin erhöht
      • alkalische Phosphatase im Serum erhöht

Nebenwirkungen berichtet unter Irinotecan-Kombitherapie

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Infektionen
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Anämie
      • Thrombozytopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • febrile Neutropenie
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • verminderter Appetit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • cholinerges Syndrom
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrh+APY
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Bauchschmerzen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Verstopfung
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Alopezie (reversibel)
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schleimhautentzündung
      • Pyrexie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Asthenie
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Serumkreatinin erhöht
      • Transaminasen (SGPT und SGOT) erhöht
      • Bilirubin erhöht
      • alkalische Phosphatase im Serum erhöht

weitere Nebenwirkungen berichtet nach Markeinführung von Irinotecan

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • pseudomembranöse Kolitis,von denen eine als bakteriell bedingt dokumentiert wurde (Clostridium difficile)
      • Sepsis
      • Pilzinfektionen z.B. Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie, bronchopulmonale Aspergillose, systemische Candidiasis
      • Virusinfektionen z.B. Herpes zoster, Influenza, Reaktivierung einer Hepatitis B and Colitis durch Cytomegalievirus
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • periphere Thrombozytopenie mit Anti-Thrombozyten-Antikörpern
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Dehydratation (aufgrund von Diarrhö und Erbrechen)
      • Hypovolämie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypersensitivitätsreaktion
      • anaphylaktische Reaktion
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Sprachstörungen generell transienter Natur, in einigen Fällen war das Ereignis verbunden mit dem cholinergen Syndrom, beobachtet während und kurz nach Infusion von Irinotecan
      • Parästhesie
  • Herzerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypertonie (während und nach Infusion)
      • Herz-Kreislauf-Versagen, wurde bei Patienten beobachtet, die Episoden von Dehydrierung, verbunden mit Diarrhö und/oder Erbrechen, oder Sepsis entwickelten
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • interstitielle Lungenerkrankung, die sich als Lungeninfiltrate zeigt, kommt gelegentlich bei Irinotecan-Therapie vor, frühe Effekte wie Dyspnoe wurden berichtet
      • Dyspnoe
      • Schluckauf
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • intestinale Verstopfung
      • Ileus: Fälle von Ileus ohne vorhergehende Kolitis wurden berichtet
      • Megakolon
      • gastrointestinale Blutung
      • Kolitis, in einigen Fällen erschwert durch Ulzeration, Blutung, Ileus oder Infektion
      • Typhlitis
      • ischämische Kolitis
      • ulzerative Kolitis
      • symptomatisch oder asymptomatisch erhöhte Pankreasenzyme
      • intestinale Perforation
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hautreaktionen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Reaktionen an der Infusionsstelle
  • Untersuchungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Amylase im Serum erhöht
      • Lipase erhöht
      • Hypokaliämie
      • Hyponatriämie meistens verbunden mit Diarrhö und Erbrechen
      • erhöhte Serumspiegel von Transaminasen (z. B. AST und ALT) bei fehlenden progredienten Lebermetastasen wurden sehr selten berichtet
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Muskelkontraktionen oder -krämpfe
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nierenfunktionsstörung und akutes Nierenversagen generell bei Patienten mit Infektionen und/oder reduziertem Volumen aufgrund schwerer gastrointestinaler Toxizität+ACo
      • Niereninsuffizienz+ACo
  • Gefäßerkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypotonie+ACo

AKg-Unregelmäßige Fälle von Niereninsuffizienz, Hypotonie wurden bei Patienten beobachtet, die Episoden von Dehydrierung, verbunden mit Diarrhö und/oder Erbrechen, oder Sepsis entwickelten

weitere Nebenwirkungen berichtet in klinschen Studien mit wöchentlichem Irinotecan- Regime

  • ohne Häufigkeitsangabe
    • Schmerz
    • Sepsis
    • Rektalstörung
    • gastrointestinaler Monilia-Befall
    • Hypomagnesiämie
    • Hautausschlag
    • kutane Zeichen
    • anormaler Gang
    • Konfusion
    • Kopfschmerz
    • Synkope
    • Hitzewallung
    • Bradykardie
    • Harnwegsinfektion
    • erhöhtes GGTP
    • Extravasation
    • Tumorlyse- Syndrom
    • kardiovaskuläre Störungen (Angina pectoris, Herzstillstand, Myokardinfarkt, Myokardischämie, periphere Gefäßstörung, Gefäßstörung)
    • thrombembolische Ereignisse (arterielle Thrombose, zerebraler Infarkt, zerebrovaskulärer Insult, tiefe Thrombophlebitis, Embolie der unteren Extremitäten, Lungenembolie, Thrombophlebitis, Thrombose und plötzlicher Tod)

Nebnwirkungen aus der klinischen Studie NAPOLI 1 im Zusammenhang mit der Behandlung mit liposomalem Irinotecan

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • septischer Schock
      • Sepsis
      • Pneumonie
      • febrile Neutropenie
      • Gastroenteritis
      • orale Candidose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Biliärsepsis
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Neutropenie
      • Anämie
      • Thrombozytopenie
      • Leukopenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lymphopenie
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Überempfindlichkeit
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Appetitmangel
      • Hypokaliämie
      • Hypomagnesiämie
      • Dehydratation
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoglykämie
      • Hyponatriämie
      • Hypophosphatämie
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Schlaflosigkeit
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schwindelgefühl
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • cholinerges Syndrom
      • Geschmacksstörung
  • Herzerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypotonie
  • Gefäßerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Lungenembolie
      • Embolie
      • tiefe Beinvenenthrombose
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombose
  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Dyspnoe
      • Dysphonie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hypoxie
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Diarrh+APY
      • Erbrechen
      • Übelkeit
      • Abdominalschmerz
      • Stomatitis
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kolitis
      • Hämorrhoiden
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • A1g-sophagitis
      • Proktitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypoalbuminämie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Alopezie
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Makulo-papulöser Ausschlag
      • Nagelverfärbung
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • akutes Nierenversagen
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Schleimhautentzündung
      • Fieber
      • peripheres +ANY-dem
      • Ermüdung
      • Asthenie
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Reaktion im Zusammenhang mit der Infusion
      • A1g-dem
  • Untersuchungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Gewichtsverminderung
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Bilirubin erhöht
      • erhöhte Alaninaminotransferase
      • erhöhte Aspartataminotransferase
      • International normalized ratio erhöht

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

  • Allgemeine Hinweise
    • Anwendung sollte auf medizinische Einrichtungen beschränkt bleiben, die auf den Umgang mit zytotoxischer Chemotherapie spezialisiert sind, und sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten Onkologen erfolgen
    • aufgrund der Art und der Inzidenz des Auftretens von Nebenwirkungen sollte in folgenden Fällen nur nach Abwägung des erwarteten Nutzens gegenüber dem möglichen Risiko der Therapie angewandt werden
      • bei Patienten mit Risikofaktoren, insbesondere bei WHO-Performance-Status= 2
      • in seltenen Fällen, in denen eine mangelnde Befolgung der Ratschläge bezüglich des Umgangs mit unerwünschten Ereignissen (sofortige und andauernde antidiarrhoische Behandlung zusammen mit Einnahme großer Flüssigkeitsmengen bei Einsetzen einer verzögerten Diarrhö) abzusehen ist, wird eine strikte stationäre Überwachung des Patienten empfohlen
    • als Monotherapie wird Irinotecan in der Regel im Abstand von jeweils 3 Wochen verordnet
      • jedoch kann bei Patienten, die engmaschigerer Kontrollen bedürfen oder die ein besonderes Risiko für eine schwere Neutropenie aufweisen, ein wöchentliches Therapieregime in Erwägung gezogen werden
    • liposomales Irinotecan hat andere pharmakokinetische Eigenschaften als nicht- liposomales Irinotecan
      • Dosiskonzentration und -stärke unterscheiden sich von nicht-liposomalem Irinotecan
      • unterschiedlichen Formulierungen sind nicht gegeneinander austauschbar
  • Diarrhoe
    • Diarrhoe kann früh ( 24 Stunden nach Anwendung) einsetzen
    • bei Patienten mit früh einsetzender Diarrhoe sollte eine prophylaktische oder therapeutische Atropin-Behandlung in Erwägung gezogen werden, wenn diese nicht kontraindiziert ist
    • Patienten über das Risiko einer verzögert eintretenden Diarrhoe, die mehr als 24 Stunden nach der Verabreichung des Arzneimittels und zu jeder Zeit vor dem nächsten Zyklus auftreten kann, informieren
    • durchschnittliche Zeitpunkt des Auftretens des ersten flüssigen Stuhlgangs war der 5. Tag nach einer Infusion mit Irinotecan
    • beim Auftreten einer Diarrhoe sollten die Patienten umgehend ihren Arzt informieren und sofort mit der entsprechenden Therapie beginnen
    • zum Patientenkreis mit erhöhtem Diarrhoe-Risiko gehören solche mit vorangegangener Strahlenbehandlung des Abdomens/Beckens, mit vorhandener Hyperleukozytose, Frauen und solche mit einem Performance-Status von >/= 2
    • wird die Diarrhoe nicht richtig behandelt, kann sie lebensbedrohlich sein, da ein dauerhaft lockerer oder wässriger Stuhlgang zu Dehydration, Elektrolytstörungen, Kolitis, gastrointestinaler Ulzeration, Infektion oder Sepsis führen kann
      • besonders bei gleichzeitig bestehender Neutropenie
    • sobald der erste flüssige Stuhlgang auftritt, sollte der Patient große Mengen elektrolythaltiger Getränke zu sich nehmen
    • beim Auftreten des ersten flüssigen Stuhls einer verzögert einsetzenden Diarrhoe muss eine geeignete antidiarrhoische Therapie sofort eingeleitet werden (dem Patienten die notwendigen Präparate gleich bei der Entlassung aus der Klinik mitgeben, damit es zu keiner Behandlungsverzögerung kommt)
    • darf nicht an Patienten mit Darmobstruktion und chronisch entzündlicher Darmerkrankung verabreicht werden, solange die Probleme nicht abgeklungen sind
    • Patient muss den den behandelnden Arzt bzw. die Krankenhausabteilung, die Irinotecan verabreicht sofort über das Auftreten der Diarrhoe informieren
      • empfohlene antidiarrhoische Behandlung:
        • 4mg Loperamid als Startdosis, dann 2mg Loperamid alle 2 Stunden
        • Therapiedauer: bis zu 12 h
          • Patient sollte mindestens 12 Stunden lang frei von Diarrhoe sein
        • Therapiedauer nicht länger als 48 h (Risiko paralytischer Ileus)
          • hält die Diarrhoe länger als 48 Stunden an, ist Loperamid abzusetzen
          • Elektrolytspiegel muss überwacht und ausgeglichen werden, die Behandlung mit Antibiotika ist bis zum Abklingen der Begleitsymptome fortzusetzen
        • zusätzliche prophylaktische Therapie mit Breitband-Antibiotika bei Diarrhoe mit schwerer Neutropenie (Neutrophilenzahl < 500 Zellen/mm3)
        • zusätzlich zur Antibiotika-Behandlung stationäre Behandlung der Diarrhoe empfohlen:
          • Diarrhoe in Verbindung mit Fieber
          • Auftreten einer schweren Diarrhoe (erfordert intravenöse Rehydratation)
          • Diarrhoe hält nach entsprechender Hochdosis-Loperamid-Therapie länger als 24-48 h an
        • Loperamid nicht prophylaktisch geben, auch nicht bei Patienten, bei denen es in vorangegangenen Behandlungszyklen zu einer verzögerten Diarrhoe kam
        • bei schwerer Diarrhoe Dosisreduktion bei den nachfolgenden Behandlungszyklen empfohlen
        • liposomales Irinotecan
          • Behandung aussetzen bis sich Diarrhoe auf
          • bei Diarrhoe Grad 3 oder 4 sollte die nachfolgende Dosis reduziert werden
  • Hämatologie/Myelosuppression/Neutropenie
    • in klinischen Studien war bei Patienten, die zuvor eine Bestrahlung des Beckens/ Bauchraums erhalten hatten, die Häufigkeit einer NCI-CTC-Neutropenie 3. und 4. Grades signifikant höher als bei denen, die keine solche Bestrahlung erhalten hatten
      • engmaschige Überwachung des Blutbildes wird empfohlen
    • bei Patienten mit Strahlentherapie im Bauchbereich in der Anamnese sollte die Anwendung von myeloischen Wachstumsfaktoren in Erwägung gezogen werden
    • bei Patienten, die während der Anwendung gleichzeitig eine Strahlentherapie erhalten, sollte Vorsicht geboten sein
      • die Ärzte sollten Patienten mit vorheriger ausgedehnter Bestrahlung (z. B. Bestrahlung von >25% des Knochenmarks und innerhalb von 6Wochen vor Beginn der Behandlung mit Irinotecan) mit Vorsicht behandeln
      • bei dieser Population kann eine Dosisanpassung notwendig sein
    • Patienten mit Ausgangswerten des Bilirubinspiegels von 1,0 mg/dl oder mehr hatten ebenfalls eine signifikant größere Wahrscheinlichkeit, im ersten Zyklus eine Neutropenie 3. oder 4. Grades zu entwickeln, als solche mit Bilirubinspiegeln unter 1,0 mg/dl
    • Patienten mit mangelhafter Glukuronidierung von Bilirubin, zum Beispiel bei Gilbert Syndrom, unterliegen bei einer Behandlung möglicherweise einem größeren Risiko für eine Myelosuppression
    • Kontrolle des Differntialblutbildes während der Behandlung 1 Mal pro Woche
    • Patienten sollten über das Risiko der Neutropenie und die Bedeutung von Fieber aufgeklärt werden
    • fieberhafte Neutropenie (Körpertemperatur > 38 +ALA-C und Neutrophile 3) dringend stationär mit Antibiotika i.v. behandeln
    • bei Patienten, die an schweren hämatologischen Nebenwirkungen litten, wird bei nachfolgenden Therapiezyklen eine Dosisreduktion empfohlen
    • bei schwerer Diarrhoe erhöhtes Risiko von Infektionen und Hämatotoxizität
      • Kontrolle des kompletten Blutbildes bei schwerer Diarrhoe
    • liposomales Irinotecan
      • Gabe sollte ausgesetzt werden, wenn neutropenisches Fieber auftritt oder die absolute Neutrophilenzahl unter 1.500/mm3 fällt
      • bei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas wurde Sepsis mit neutropenischem Fieber und anschließendem septischem Schock mit letalem Ausgang beobachtet
      • bei Patienten mit schweren hämatologischen Ereignissen wird eine Dosisreduktion oder ein Behandlungsabbruch empfohlen
      • darf bei Patienten mit schwerem Knochenmarksversagen nicht angewendet werden
      • im Vergleich zu weißen Patienten unterliegen asiatische Patienten einem höheren Risiko für schwere und febrile Neutropenie nach der Behandlung
  • Leberfunktion
    • vor Behandlungsbeginn und vor jedem Zyklus Leberfunktionstests durchführen
    • Clearance von Irinotecan bei Bilirubin-Spiegel zwischen 1,5- und 3-fachen des oberen Normalwertes vermindert
    • aufgrund des hämotoxischen Risikos komplettes Blutbild wöchentlich kontrollieren
    • keine Anwendung bei Patienten mit Bilirubinwerten > 3-facher oberer Normalwert
    • Patienten mit Hyperbilirubinämie hatten höhere Konzentrationen von SN-38 gesamt und daher ist das Risiko für Neutropenie erhöht
    • regelmäßige Kontrollen des großen Blutbildes sollten bei Patienten mit einem Gesamtbilibrubin von 1,0-2,0 mg/dl durchgeführt werden
    • bei Patienten mit Beeinträchtigung der Leber (Bilirubin > 2-Fache des oberen Limits des Normalwertes [ULN]AOw- Transaminasen > 5-Fache des ULN) ist Vorsicht geboten
    • in Kombination mit anderen hepatotoxischen Arzneimitteln, insbesondere bei vorbestehender Beeinträchtigung der Leber, ist Vorsicht geboten
  • Nierenfunktion
    • Zunahmen des Serumkreatinin oder Blut-Harnstoff-Stickstoffs
    • Fälle von akutem Nierenversagen
      • zugeschrieben wurden diese Ereignisse im Allgemeinen Komplikationen bei Infektionen oder einer Dehydration im Zusammenhang mit Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
    • auch seltene Fälle von Nierenfunktionsstörung aufgrund eines Tumorlyse-Syndroms wurden berichtet
    • Irinotecan wurde bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht untersucht
    • liposomales Irinotecan wurde bei Patienten mit erheblicher Nierenfunktionsbeeinträchtigung nicht untersucht
  • Übelkeit und Erbrechen
    • vor jeder Behandlung mit Irinotecan prophylaktische Behandlung mit einem Antiemetikum empfohlen
    • Patienten mit Erbrechen im Zusammenhang mit verzögerter Diarrhoe schnell stationär behandeln
    • häufige Berichte über Übelkeit und Erbrechen
  • Cholinerge Reaktionen
    • früh einsetzende Diarrhoe kann von cholinergen Symptomen (akut cholinerges Syndrom) begleitet sein, wie etwa Rhinitis, erhöhte Speichelbildung, Hitzegefühl, Diaphorese, Bradykardie, Miosis und Hyperperistaltik
    • bei cholinergen Symptomen sollte Atropin angewendet werden (0,25 mg subkutan), falls klinisch nicht kontraindiziert
    • Symptome können während oder kurz nach Infusion von Irinotecan beobachtet werden
    • stehen offenbar im Zusammenhang mit der Anticholinesterase-Aktivität der Irinotecan- Muttersubstanz
    • es ist zu erwarten, dass sie bei höheren Irinotecan-Dosen häufiger auftreten
    • Vorsicht ist geboten bei Asthma-Patienten
    • bei Patienten mit akutem schweren cholinergen Syndrom in der Anamnese wird die prophylaktische Anwendung von Atropinsulfat zusammen mit nachfolgenden Dosen Irinotecan empfohlen
  • Respiratorische Funktionsstörungen
    • unter der Therapie mit Irinotecan treten gelegentlich interstitielle Lungenerkrankungen in Form von Lungeninfiltraten auf
    • Interstitielle Lungenerkrankungen können letal enden
      • bei Patienten, die eine Behandlung mit nicht-liposomalem Irinotecan erhielten, wurden tödlich verlaufene Ereignisse ähnlich einer interstitiellen Lungenerkrankung beobachtet
      • in klinischen Studien wurden im Zusammenhang mit liposomalen Irinotecan keine Ereignisse ähnlich einer interstitielle Lungenerkrankung berichtet
    • Risikofaktoren für Entstehung einer interstitiellen Lungenerkrankungen
      • Einsatz von lungentoxischen Arzneimitteln
      • Strahlenbehandlung
      • koloniestimulierenden Faktoren
    • engmaschige Überwachung von Patienten mit Risikofaktoren auf respiratorische Symptome
    • in einer klinischen Studie mit Irinotecan zeigte ein Röntgenthorax bei einem kleinen Anteil von Patienten ein retikulonoduläres Muster
    • bei Dyspnoe, Husten und Fieber, sowohl neu als auch progressiv, sollte die Behandlung mit liposomalen Irinotecan sofort unterbrochen und die diagnostische Beurteilung abgewartet werden
    • bei Patienten mit bestätigter Diagnose einer interstitiellen Lungenerkrankung ist liposomales Irinotecan abzusetzen
  • Extravasation
    • obwohl Irinotecan kein bekannt gewebsnekrotisierendes Arzneimittel ist, ist Vorsicht geboten, um Extravasation zu vermeiden
    • auch die Infusionsstelle sollte auf Anzeichen für Entzündung überwacht werden
    • sollte Extravasation auftreten, werden eine Spülung der Stelle und die Anwendung von Eis empfohlen
  • Ältere Patienten
    • aufgrund der größeren Häufigkeit eingeschränkter biologischer Funktionen, insbesondere eingeschränkter Leberfunktion, sollte die Dosierung bei älteren Patienten vorsichtig angepasst werden
  • Herzerkrankungen
    • Myokardiale ischämische Ereignisse wurden nach Irinotecan-Therapie überwiegend bei Patienten berichtet, die an Herzerkrankungen, anderen bekannten Risikofaktoren für Herzerkrankungen litten oder zuvor eine zytotoxische Chemotherapie erhielten
    • folglich sollten Patienten mit bekannten Risikofaktoren engmaschig überwacht werden, und Maßnahmen sollten ergriffen werden, um eine Minimierung aller modifizierbaren Risikofaktoren (z. B. Rauchen, Hypertonie und Hyperlipidämie) zu versuchen
  • Gefäßerkrankungen
    • bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren zusätzlich zur zugrunde liegenden Neoplasie wurde Irinotecan selten mit thromboembolischen Ereignissen (Lungenembolie, Venenthrombose und arterielle Thromboembolie) in Verbindung gebracht
  • Kontrazeption
    • während der Behandlung und mindestens drei Monate lang nach Therapieende sind kontrazeptive Maßnahmen zu ergreifen
  • Immunsuppressive Wirkungen und Impfstoffe
    • die Anwendung von Lebend- oder attenuierten Lebendimpfstoffen bei Patienten, die durch chemotherapeutische Arzneimittel einschließlich Irinotecan immunsupprimiert sind, kann zu schweren oder tödlichen Infektionen führen
      • von einer Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte daher abgesehen werden
    • Totimpfstoffe oder inaktive Impfstoffe dürfen verabreicht werden
      • Reaktion auf solche Impfstoffe kann jedoch vermindert sein
  • Kombinationen mit anderen Arzneimitteln
    • CYP3A4 kann den Metabolismus von Irinotecan verändern
      • Vermeidung der gleichzeitigen Anwendung von Irinotecan und starken CYP3A4-Inhibitoren , sollten mindestens 1 Woche vor Beginn der Therapie abgesetzt werden
        • Ketoconazol
        • Grapefruitsaft
        • Clarithromycin
        • Indinavir
        • Itraconazol
        • Lopinavir
        • Nefazodon
        • Nelfinavir
        • Ritonavir
        • Saquinavir
        • Telaprevir
        • Voriconazol
      • Vermeidung der gleichzeitigen Anwendung von Irinotecan mit CYP3A4-Induktoren, es sei denn es besteht keine therapeutische Alternative
        • Rifampicin
        • Rifabutin
        • Carbamazepin
        • Phenobarbital
        • Phenytoin
        • Johanniskraut
        • es sollte in Erwägung gezogen werden, diese Mittel mindestens 2 Wochen vor Beginn der Behandlung durch Therpien zu ersetzen, die keine Induktion des Enzyms bewirken
        • geeignete Anfangsdosis für Patienten, die diese Antikonvulsiva oder andere starke Induktoren einnehmen, wurde nicht festgelegt
    • Vermeidung der gleichzeitigen Anwendung mit UGT1A1- Inhibitoren
      • Atazanavir
      • Gemfibrozil
      • Indinavir
  • Patienten mit einer reduzierten Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase (UGT)-Aktivität
    • ein Stoffwechselvorgang, um den aktiven Irinotecan-Metaboliten SN-38 zu inaktivieren, ist die Glucuronidierung durch das Enzym Uridin-Diphosphat-Glucuronosyltransferase1A1 (UGT1A1) zum inaktiven SN-38-Glucuronid (SN-38G)
    • die UGT1A1-Aktivität ist bei Individuen mit UGT1A1+ACo-28 Polymorphismus oder kongenitaler Defizienz von UGT1A1 (Crigler-Najjar Syndrom Typ 1 und Typ 2) reduziert
    • Daten einer Meta-Analyse weisen darauf hin, dass Individuen, die homozygot für das Allel UGT1A1+ACo-28 sind, nach Verabreichung mittlerer oder hoher Dosen (>150 mg/m2) Irinotecan ein erhöhtes Risiko für eine hämatologische Toxizität (Grad III-IV) haben
      • der Zusammenhang zwischen UGT1A1 Genotyp und dem Auftreten von Irinotecan-induzierter Diarrhö kann nicht ausgeschlossen werden
    • wenn Irinotecan an Patienten verabreicht wird, die nachweislich homozygot für UGT1A1+ACo-28 Polymorphismus sind, sollte die übliche Startdosis verabreicht werden
    • basierend auf dem Zusammenhang zwischen Genotyp und hämatologische Toxizität sollten Individuen, die nachweislich homozygot für UGT1A1+ACo-28 sind, im Hinblick auf hämatologische Toxizität intensiv überwacht werden
    • falls eine nicht akzeptable hämatologische Toxizität bei vorangegangenen Behandlungen auftrat, kann eine reduzierte Dosis bei diesen Patienten in Erwägung gezogen werden
    • konkrete Angaben zur Dosisreduktion liegen nicht vor für diese Patientengruppe und nachfolgende Dosisanpassungen sollten basierend auf der individuellen Toleranz des Patienten gegenüber der Behandlung in Erwägung gezogen werden
  • Untergewichtige Patienten (Körpermassenindex < 18,5 kg/m2)
    • in der klinischen Studie, die liposomales Irinotecan +-5-FU/LV bewertete, traten bei 5 von 8 untergewichtigen Patienten Nebenwirkungen des Grades 3 oder 4 auf, in den meisten Fällen Myelosuppression, wobei 7 von 8 Patienten eine Dosisänderung, wie etwa eine Dosisverzögerung, eines Dosisreduktion oder eine Dosisunterbrechung, benötigten
    • bei der Anwendung von liposomalen Irinotecan bei Patienten mit einem Körpermassenindex < 18,5 kg/m2 ist Vorsicht geboten
  • Vorherige Whipple-Operation
    • Patienten mit einer Whipple-Operation in der Anamnese unterliegen einem erhöhten Risiko für schwere Infektionen nach Anwendung von liposomalen Irinotecan in Kombination mit 5-FU und Leucovorin
    • Patienten sollten auf Zeichen einer Infektion überwacht werden
  • Akute Infusionsreaktionen und Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion
    • bei Patienten, die mit liposomalen Irinotecan behandelt wurden, wurde über akute Infusionsreaktionen, vor allem Ausschlag, Urtikaria, Periorbitalödem oder Pruritus, berichtet
    • neue Ereignisse (alle Grad 1 oder 2) traten im Allgemeinen früh während der Behandlung mit liposomalen Irinotecan auf
    • nur 2 von 10 Patienten wiesen unerwünschte Ereignisse nach der fünften Dosis auf
    • es können Übersensibilitätsreaktionen, einschließlich akuter Infusionsreaktionen, auftreten
    • sollte im Falle schwerer Übersensibilitätsreaktionen abgesetzt werden

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

  • während der Schwangerschaft kontraindiziert
    • außer es ist unerlässlich
  • keine ausreichenden Daten zur Anwendung während der Schwangerschaft
  • kann den Fetus schädigen, wenn es schwangeren Frauen verabreicht wird
  • im Tierversuch embryotoxische, fetotoxische, und teratogene Wirkungen
  • wenn Irinotecan während der Schwangerschaft angewendet wird oder die Patientin während der Behandlung schwanger wird
    • Patientin über die potenzielle Gefährdung des Fetus informieren
  • Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und Frauen
    • während der Behandlung und mindestens drei Monate lang nach Therapieende sind kontrazeptive Maßnahmen zu ergreifen
    • Männer sollten während und 4 Monate nach der Behandlung Kondome benutzen
  • Fertilität
    • keine Daten vorliegend
    • nicht-liposomales Irinotecan führte nach mehrfachen täglichen Dosen bei Tieren nachweislich zu einer Atrophie der männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane
    • in Tierversuchen wurden schädigende Wirkungen von Irinotecan auf die Fertilität der Nachkommen dokumentiert

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Irinotecan - invasiv

  • während der Stillzeit kontraindiziert
  • Patientinnen sollten bis einen Monat nach der letzten Dosis nicht stillen
  • Nachweis von C14-Irinotecan in der Milch von säugenden Ratten
  • keine Daten zum Übergang in Muttermilch bei Menschen
  • potentielle schwere Nebenwirkungen für gestillte Kinder

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Enthält Fructose, Invertzucker (Honig), Lactitol, Maltitol, Isomaltitol, Saccharose oder Sorbitol. Darf bei Patienten mit hereditärer Fructose-Intoleranz nicht angewendet werden.

Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienen von Maschinen zu Therapiebeginn nicht möglich.

Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung im 3. Trimenon der Schwangerschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht gezogen werden.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

 

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