Furosemid Accord 10mg/ml (5X2 ml)

Hersteller Accord Healthcare GmbH
Wirkstoff Furosemid
Wirkstoff Menge 20 mg
ATC Code C03CA01
Preis 12,19 €
Menge 5X2 ml
Darreichung (DAR) IIL
Norm N1
Furosemid Accord 10mg/ml (5X2 ml)

Medikamente Prospekt

Furosemid20mg
(H)Natrium chloridHilfsstoff
(H)Natrium hydroxidHilfsstoff
(H)Wasser, für InjektionszweckeHilfsstoff
(H)Gesamt Natrium IonZusatzangabe7mg
[Basiseinheit = 2 Milliliter]

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • Überempfindlichkeit gegen Furosemid
  • Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide
  • Nierenversagen und Anurie, die nicht auf Furosemid ansprechen
  • Nierenversagen infolge einer Vergiftung mit nephrotoxischen oder hepatotoxischen Substanzen
  • Coma und Praecoma hepaticum im Zusammenhang mit einer hepatischen Enzephalopathie
  • schwere Hypokaliämie
  • schwere Hyponatriämie
  • Hypovolämie mit oder ohne Hypotonie oder Dehydratation
  • Stillzeit
  • zusätzlich bei hochdosierter Zubereitung:
    • normale Nierenleistung sowie eingeschränkte Nierenfunktion mit Glomerulumfiltratwerten > 20 ml / Min., da in diesen Fällen die Gefahr eines zu starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes besteht

Art der Anwendung, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • parenterale Applikation
    • indiziert, wenn
      • eine orale Gabe nicht möglich oder unwirksam ist (z. B. bei schlechter intestinaler Resorption)
      • eine schnelle Wirkung erforderlich ist
    • sollte, sobald es die Behandlung erlaubt, auf orale Gabe umgestellt werden
    • niedrig dosierte Zubereitung
      • i.d.R. (langsame) intravenöse Verabreichung
      • intramuskuläre Verabreichung
        • in Ausnahmefällen, in denen weder eine orale noch eine intravenöse Gabe möglich ist
        • jedoch nicht in Akutsituationen (z. B. nicht beim Lungenödem)
    • hochdosierte Zubereitung
      • kontinuierliche intravenöse Verabreichung
    • Hinweise zu Geschwindigkeit, Verdünnung und Handhabung siehe Herstellerinformation

Dosierung, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • Allgemeine Dosierungsempfehlungen
    • Dosierung sollte individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg - festgelegt werden
    • stets niedrigste Dosis anwenden, mit der der gewünschte Effekt erzielt wird
  • A1g-deme und / oder Aszites infolge des Herzens, der Leber oder der Nieren
    • Erwachsene
      • Initialdosis: 20 - 40 mg Furosemid
        • bei schwer mobilisierbaren +ANY-demen in entsprechenden Zeitabständen ggf. wiederholte Gabe dieser Dosis bis zum Eintritt der Diurese
      • nephrotisches Syndrom
        • vorsichtige Dosierung wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen
  • A1g-deme infolge Verbrennungen
    • Erwachsene
      • Tages- und / oder Einzeldosis: 40 - 100 mg Furosemid
      • in Ausnahmefällen bei eingeschränkter Nierenfunktion bis zu 250 mg Furosemid
      • intravasaler Volumenmangel muss vor der Anwendung von Furosemid ausgeglichen werden
  • Lungenödem (z. B. bei akuter Herzinsuffizienz)
    • Erwachsene
      • Initialdosis: 20 - 40 mg Furosemid in Verbindung mit anderen therapeutischen Maßnahmen
      • bei ausbleibender Diuresesteigerung Wiederholung nach 30 - 60 Min. ggf. mit doppelter Dosis
  • unterstützende Maßnahme bei Hirnödem
    • Erwachsene
      • Tages- und / oder Einzeldosis: 40 - 100 mg Furosemid
      • in Ausnahmefällen bei eingeschränkter Nierenfunktion bis zu 250 mg Furosemid
  • Oligurie infolge einer Gestose
    • Erwachsene
      • strengste Indikationsstellung
        • A1g-deme und / oder Hypertonie bei Gestosen sind keine Indikation für Injektionslösung
      • 10 - 100 mg Furosemid / Tag
    • intravasaler Volumenmangel muss vor der Anwendung von ausgeglichen werden
  • Hypertensive Krise
    • Erwachsene
      • 20 - 40 mg Furosemid zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen
  • Akutes Nierenversagen
    • Erwachsene
      • bei Patienten mit Schock sind vor Beginn der Behandlung durch geeignete Maßnahmen die Hypovolämie und die Hypotonie zu beseitigen
      • ebenso ist eine deutlich ausgeprägte Störung der Serumelektrolyte und des Säure-Basen-Gleichgewichtes zu korrigieren
      • führt eine Testdosis von 40 mg Furosemid, langsam intravenös appliziert, nicht zu einer vermehrten Flüssigkeitsausscheidung, so kann die Behandlung mit 250 mg Furosemid begonnen werden
        • 50 - 100 mg Furosemid / Stunde über den Tag
        • die Tagesdosis richtet sich nach einer ausreichenden Diurese
        • Maximaldosis
  • Chronische Niereninsuffizienz im prädialytischen Stadium mit Flüssigkeitsretention und Hochdruck, nephrotisches Syndrom
    • Erwachsene
      • empfohlene Anfangsdosis: 0,1 mg / Min. Infusion
        • kann in halbstündlichem bis stündlichem Abstand gesteigert werden
      • korrekte Dosis sollte am besten durch stufenweise Erhöhung der Dosis ermittelt werden
        • da die natriuretische Antwort von zahlreichen Variablen abhängt, z. B. Grad der Niereninsuffizienz, Natriumbilanz usw., und daher prinzipiell im Einzelfall nicht präzise vorhergesagt werden kann
      • da bei den chronisch niereninsuffizienten Patienten die Ausschwemmung langsam erfolgen sollte, ist die Dosis so zu wählen, dass der Patient in der Bilanz pro Tag etwa 1 kg Gewicht (140 mmol NaAKwA8-/sup>) verliert
      • nephrotisches Syndrom
        • wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen muss vorsichtig dosiert werden
  • Behandlungsdauer
    • richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung

Dosisanpassung

  • Säuglinge und Kindern < 15 Jahre
    • Anwendung nur ausnahmsweise bei bedrohlichen Zuständen
    • mittlere Tagesdosis beträgt 0,5 mg Furosemid / kg KG
    • Ausnahmsweise können bis zu 1 mg Furosemid / kg KG

Indikation



  • wenn eine rasche Diurese erforderlich ist
  • Anwendung in Notfällen oder wenn eine orale Therapie nicht möglich ist
  • Anwendungsgebiete umfassen
    • A1g-deme und / oder Aszites infolge von Herz- oder Lebererkrankungen
    • A1g-deme infolge von Nierenerkrankungen (im Falle eines nephrotischen Syndroms steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund)
    • Lungenödem (z. B. im Falle einer akuten Herzinsuffizienz)
    • hypertensive Krise (zusätzlich zu anderen therapeutischen Maßnahmen)

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hämokonzentration (bei übermäßiger Diurese)
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Thrombozytopenie
        • kann manifest werden, insbesondere mit erhöhter Blutungsneigung
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Eosinophilie
      • Leukopenie
      • Knochenmarkdepression
        • bei Auftreten dieses Symptoms ist ein Absetzen der Behandlung erforderlich
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • hämolytische Anämie
      • aplastische Anämie
      • Agranulozytose
        • Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hämokonzentration mit Neigung zu Thrombose durch starken Flüssigkeitsverlust, insbesondere bei älteren Patienten
  • Erkrankungen des Immunsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen wie anaphylaktischer Schock
        • erste Anzeichen für einen Schock sind u. a. Hautreaktionen wie Flush oder Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Cyanose
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Elektrolytstörungen (einschließlich symptomatischer)
      • Dehydratation und Hypovolämie (besonders bei älteren Patienten)
      • Triglyceride im Blut erhöht
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Hypochlorämie (insbesondere bei eingeschränkter Zufuhr von Natriumchlorid)
      • Hyponatriämie
        • vor allem bei längerer Behandlung oder bei Anwendung hoher Dosen
        • als Folge erhöhter Natriumverluste über die Niere
        • insbesondere bei eingeschränkter Natriumzufuhr
        • entsprechende Überwachung der Serumelektrolyte (vor allem Kalium, Natrium und Calcium)
        • mögliche, häufig beobachtete Symptome:
          • Apathie
          • Wadenkrämpfe
          • Appetitlosigkeit
          • Schwächegefühl
          • Schläfrigkeit
          • Erbrechen
          • Verwirrtheitszustände
      • Hypokaliämie
        • vor allem bei längerer Behandlung oder bei Anwendung hoher Dosen
        • als Folge eines erhöhten renalen Kaliumverlustes (vor allem aufgrund einer kaliumarmen Diät)
        • insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhöhten extrarenalen Kaliumverluste, z. B. bei Erbrechen oder chronischer Diarrhö)
        • Grundkrankheiten (z. B. Leberzirrhose oder Herzinsuffizienz), Begleitmedikationen und Ernährung können für einen Kaliummangel prädisponieren
        • entsprechende Überwachung der Serumelektrolyte (vor allem Kalium, Natrium und Kalzium) und eine therapeutische Substitution erforderlich
        • mögliche Symptome:
          • neuromuskuläre (Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen)
          • intestinale Symptomatik (Erbrechen, Obstipation, Meteorismus)
          • renale Symptomatik (Polyurie, Polydipsie)
          • kardiale Symptomatik (Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen)
          • bei schweren Kaliumverlusten
            • paralytischer Ileus
            • Bewusstseinsstörungen bis zum Koma
      • Cholesterin im Blut erhöht
      • Harnsäure im Blut erhöht
      • Gichtanfälle
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • eingeschränkte Glucosetoleranz und Hyperglycämie
        • bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann dies zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage führen
        • ein latenter Diabetes mellitus kann manifest werden
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Hypocalcämie
        • kann in seltenen Fällen Tetanie auslösen
      • Hypomagnesiämie
        • in seltenen Fällen Tetanie oder Auftreten von Herzrhythmusstörungen
      • metabolische Alkalose oder Verschlechterung einer vorbestehenden metabolischen Alkalose (z. B. bei dekompensierter Leberzirrhose)
      • Pseudo-Bartter-Syndrom (im Zusammenhang mit Missbrauch und/oder Langzeitanwendung von Furosemid)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • hepatische Enzephalopathie (bei Patienten mit Leberinsuffizienz)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Vertigo
      • Parästhesien
      • Benommenheit
      • Verwirrtheit
      • Gefühl von Druck im Kopf
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Schwindel
      • Ohnmacht und Bewusstlosigkeit (verursacht durch symptomatische Hypotonie)
      • Kopfschmerzen
  • Augenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Verstärkung einer Myopie
      • verschwommenes Sehen
      • Sehstörungen mit Symptomen von Hypovolämie
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • meist reversible Hörstörungen
        • insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Niereninsuffizienz oder einer Hypoproteinämie (z. B. bei nephrotischem Syndrom) und/oder bei zu schneller i.v.-Injektion
      • Taubheit (manchmal irreversibel)
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Tinnitus aurium (in der Regel vorübergehend)
        • insbesondere bei gleichzeitigem Vorliegen einer Niereninsuffizienz oder einer Hypoproteinämie (z. B. bei nephrotischem Syndrom) und/oder bei zu schneller i.v.-Injektion
  • Gefässerkrankungen
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10 (bei intravenöser Infusion)
      • Hypotonie einschließlich Orthostasesyndrom
      • Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps (vor allem zu Beginn der Behandlung, bei übermäßiger Diurese insbesondere bei älteren Patienten und Kindern)
        • dies äußert sich vor allem als Kopfschmerz, Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Vaskulitis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Thrombose (insbesondere bei älteren Patienten)
      • Senkung des Blutdrucks mit tlw. ausgeprägtem Erscheinungsbild:
        • Kreislaufbeschwerden bis zum Kreislaufkollaps (bei übermäßiger Diurese insbesondere bei älteren Patienten und Kindern) mit
          • Kopfschmerz, Gefühl von Druck im Kopf
          • Schwindel
          • Sehstörungen
          • Mundtrockenheit und Durst
          • akute Hypotonie und orthostatische Regulationsstörungen
        • Thrombophlebitis oder plötzlichem Tod (bei i.m. oder i.v. Anwendung)
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Übelkeit
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Erbrechen
      • Diarrh+APY
      • Anorexie
      • Magenbeschwerden
      • Obstipation
      • Mundtrockenheit
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Pankreatitis
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
      • akute Pankreatitis
      • intrahepatische Cholestase
      • cholestatischer Ikterus
      • hepatische Ischämie
      • Erhöhung der Lebertransaminasen
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Juckreiz
      • Urtikaria
      • Haut- und Schleimhautreaktionen
      • Ausschläge
      • bullöse Dermatitis
      • bullöses Exanthem
      • Erythema multiforme
      • Pemphigoid
      • Dermatitis exfoliativa
      • Purpura
      • Photosensibilität
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Vaskulitis
      • Verschlechterung oder Aktivierung von Lupus erythematodes
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Stevens-Johnson-Syndrom
      • toxische epidermale Nekrolyse
      • akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP)
      • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
      • lichenoide Reaktionen
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Beinmuskelkrämpfe
      • Asthenie
      • chronische Arthritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Fälle von Rhabdomyolyse
        • wurden berichtet, oftmals im Zusammenhang mit schwerer Hypokaliämie
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
      • Anstieg des Kreatinins im Serum
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Urinvolumen erhöht
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • (tubulo)interstitielle Nephritis
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Natrium im Urin erhöht
      • Chlorid im Urin erhöht
      • Blutharnstoff erhöht
      • Vaskulitis
      • Glykosurie
      • Symptome einer (akuten) Harnabflussbehinderung können sich verschlechtern oder auftreten
        • z. B. bei Prostatahypertrophie, Hydronephrose, Ureterstenose
      • Harnsperre (Harnverhaltung) mit Sekundärkomplikationen
      • Nephrocalcinose und/oder Nephrolithiasis bei Frühgeborenen
      • Nierenversagen
      • Erhöhung Kreatinin und Harnstoff im Blut
  • Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Nephrolithiasis und / oder Nephrocalcinose bei Frühgeborenen, die mit Furosemid behandelt werden, aufgrund von Calciumablagerung im Nierengewebe
      • Erhöhung des Risikos eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli, wenn Frühgeborene (mit Atemnotsyndrom) in den ersten Lebenswochen mit Furosemid behandelt werden
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • Fieber, fieberhafte Zustände
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • nach intramuskulärer Injektion: lokale Reaktionen wie Schmerzen
  • Untersuchungen
    • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
      • erhöhte Serumcholesterin- und Triglyceridspiegel

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten
  • besonders sorgfältige Überwachung erforderlich bei:
    • (teilweiser) Behinderung des Harnabflusses / Patienten mit Miktionsstörungen
      • z. B. Patienten mit Prostatahypertrophie/-hyperplasie, Hydronephrose, Ureterstenose
      • bei Patienten mit Miktionsstörungen darf Furosemid nur angewendet werden, wenn für freien Harnabfluss gesorgt wird
        • da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre (Harnverhaltung) mit Überdehnung der Blase führen kann
    • Hypotonie
      • Auftreten einer symptomatischen Hypotonie mit Schwindel, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit möglich
        • kann bei Patienten, die mit Furosemid behandelt werden auftreten
        • betrifft insbesondere
          • ältere Menschen
          • Patienten, die gleichzeitig andere Medikamente einnehmen, die Hypotonie verursachen können
          • Patienten mit anderen Erkrankungen, die mit einem Hypotonierisiko verbunden sind
        • vor Therapiebeginn entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um eine bestehende Hypotonie zu korrigieren
    • Patienten, die durch einen starken Blutdruckabfall besonders gefährdet wären
      • z.B. Patienten mit koronarer Herzkrankheit oder zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen
    • manifestem oder latentem Diabetes mellitus oder schwankenden Blutzuckerwerten
      • regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers
    • Gicht und Hyperurikämie
      • regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum
    • Lebererkrankungen oder hepatorenales Syndrom
      • rasch progrediente Niereninsuffizienz in Verbindung mit schwerer Lebererkrankung (z. B. Leberzirrhose)
    • Hypoproteinämie z. B mit nephrotischem Syndrom
      • vorsichtige Einstellung der Dosierung wegen der Gefahr vermehrt auftretender Nebenwirkungen
      • die Wirkung von Furosemid kann reduziert und seine Ototoxizität verstärkt sein
    • gleichzeitiger Anwendung mit Lithiumsalzen
      • Überwachung der Lithiumspiegel ist erforderlich
    • akuter Porphyrie
      • die Anwendung von Diuretika bei akuter Porphyrie gilt als unsicher und es ist Vorsicht geboten
    • in Fällen von Aszites mit +ANY-dem
      • der Gewichtsverlust durch erhöhte Diurese nicht mehr als 1 kg pro Tag betragen
    • übermäßig starker Diurese
      • kann zu orthostatischer Hypotonie oder zu akuten hypotensiven Zuständen führen
    • gleichzeitiger Anwendung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)
      • diese können die diuretische Wirkung von Furosemid und anderen Diuretika antagonisieren
      • das Risiko einer Nephrotoxizität kann erhöht werden
    • Hypovolämie
      • wenn erforderlich, sollten vor Therapiebeginn entsprechende Maßnahmen getroffen werden, um eine bestehende Hypovolämie zu korrigieren
    • Frühgeborenen
      • Gefahr der Entwicklung einer Nephrocalcinose/Nephrolithiasis
        • Nierenfunktionskontrolle, Nierensonographie
      • Frühgeborene mit Atemnotsyndrom
        • eine diuretische Behandlung mit Furosemid in den ersten Lebenswochen kann das Risiko eines persistierenden Ductus arteriosus Botalli erhöhen
  • eine vorsichtige Dosistitration ist erforderlich bei:
    • Störungen im Elektrolythaushalt (z. B. Hypokaliämie, Hyponatriämie)
      • werden während einer Therapie mit Furosemid als Folge der vermehrten Elektrolytausscheidung häufig beobachtet
        • Furosemid führt zu einer verstärkten Ausscheidung von Natrium und Chlorid und infolgedessen von Wasser
        • auch die Ausscheidung anderer Elektrolyte (insbesondere Kalium, Calcium und Magnesium) ist erhöht
      • Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrunde liegende Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleitmedikation und Ernährung beeinflusst
      • daher Kontrolle der Serumelektrolyte regelmäßig angezeigt
        • vor allem während einer Langzeittherapie sollten die Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium), Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden
        • besonders enge Überwachung erforderlich:
          • bei Patienten mit einem hohen Risiko, Elektrolytstörungen zu entwickeln
          • im Falle eines stärkeren Flüssigkeitsverlustes (z. B. durch Erbrechen, Diarrhö oder intensives Schwitzen)
      • Kaliumsubstitution und/oder Diätmaßnahmen könnten erforderlich sein, um eine Hypokaliämie zu vermeiden oder unter Kontrolle zu halten
    • Störungen im Flüssigkeitshaushalt, Dehydratation, reduziertem Blutvolumen mit Kreislaufkollaps und Möglichkeit von Thrombosen und Embolien
      • vor allem bei älteren Patienten, bei übermäßiger Anwendung.
      • Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure-Basen-Haushalt müssen korrigiert werden
        • kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Furosemid erfordern
        • die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird beeinflusst durch
          • zugrunde liegende Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz)
          • Begleitmedikation (Wechselwirkungen beachten)
          • Ernährung
    • Ototoxizität
      • Risiko kann erhöht sein bei
        • zu schneller Verabreichung mit einer Geschwindigkeit von mehr als 4 mg pro Minute
        • gleichzeitiger Anwendung anderer ototoxisch wirkender Arzneimittel
    • Anwendung in hohen Dosen
    • Anwendung bei fortschreitender und schwerer Nierenerkrankung
    • Anwendung gemeinsam mit Sorbitol
      • kann zu einer verstärkten Dehydratation führen
      • Sorbitol kann zu Diarrhoe führen und damit zu einem zusätzlichen Flüssigkeitsverlust
    • Anwendung bei Lupus erythematodes
      • es besteht die Möglichkeit einer Exazerbation oder Aktivierung eines systemischen Lupus erythematodes
    • Anwendung von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern
  • gleichzeitige Anwendung mit Risperidon
    • placebokontrollierte Studien mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz
      • eine höhere Mortalitätsinzidenz bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3 %, Durchschnittsalter 89 Jahre, Altersspanne 75 bis 97 Jahre)
        • im Vergleich zu Patienten, die Risperidon allein (3,1 %, Durchschnittsalter 84 Jahre, Altersspanne 70 bis 96 Jahre)
        • oder Furosemid allein (4,1 %, Durchschnittsalter 80 Jahre, Altersspanne 67 bis 90 Jahre) erhalten hatten
      • die gleichzeitige Anwendung von Risperidon mit anderen Diuretika (hauptsächlich niedrig dosierte Thiaziddiuretika) war nicht mit einem ähnlichen Befund assoziiert
      • ein pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung konnte nicht identifiziert werden
      • es wurde kein einheitliches Muster für die Todesursache festgestellt
      • die Mortalitätsinzidenz war bei Patienten, die andere Diuretika als Begleittherapie zu Risperidon erhalten hatten, nicht erhöht
    • Vorsicht angezeigt und Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen
    • Behandlungsunabhängig war Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und soll daher bei älteren Patienten mit Demenz vermieden werden
  • bei Patienten mit hohem Risiko für eine Kontrastmittel-Nephropathie wird Furosemid nicht zur Anwendung zur Diurese als Teil der Präventionsmaßnahmen gegen eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie empfohlen
  • Photosensibilität
    • Fälle von Photosensibilitätsreaktionen wurden berichtet
    • falls eine Photosensibilitätsreaktion während der Behandlung auftritt, wird ein Abbruch der Behandlung empfohlen
    • falls eine erneute Anwendung als notwendig erachtet wird, wird empfohlen, die dem Sonnenlicht oder künstliche UV-A- Bestrahlung exponierten Hautbereiche entsprechend zu schützen
  • Doping
    • Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen
    • Missbrauch als Dopingmittel kann Gesundheit gefährden

Kontraindikation (relativ), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

siehe Therapiehinweise

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • Anwendung in der Schwangerschaft nur kurzfristig und unter besonders strenger Indikationsstellung
    • falls Furosemid bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Schwangeren angewendet werden muss
      • genaue Überwachung von Elektrolyten, Hämatokrit sowie des Wachstums des Feten
  • Diuretika für routinemäßige Therapie von Hypertonie und +ANY-demen in der Schwangerschaft ungeeignet, da
    • eine physiologische Hypovolämie ausgelöst werden kann,
    • dadurch Verminderung der Perfusion der Plazenta und damit des intrauterinen Wachstums
  • Furosemid passiert die Plazenta
    • erreicht im Nabelschnurblut 100 % der maternalen Serumkonzentration
  • Verdrängung des Bilirubin aus der Albuminbindung und damit erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird diskutiert
  • bisher keine Fehlbildungen beim Menschen bekannt, die mit einer Furosemid-Exposition in Zusammenhang stehen könnten
    • jedoch zur abschließenden Beurteilung einer eventuell schädigenden Wirkung auf den Embryo/Fetus keine ausreichenden Erfahrungen vor
  • beim Fetus kann dessen Urinproduktion (Diurese) in utero stimuliert werden
  • Furosemid kann den Fötus für Hypercalciurie, Nephrokalzinose und sekundäre Hyperparathyreose prädisponieren
  • bei der Behandlung von Frühgeborenen mit Furosemid wurde das Auftreten von Urolithiasis beobachtet

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Furosemid - invasiv

  • Frauen dürfen nicht mit Furosemid behandelt werden, wenn sie stillen
    • gegebenenfalls ist abzustillen
  • Furosemid wird in die Muttermilch ausgeschieden und hemmt die Laktation

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Es besteht ein geringfügiges Risiko, dass der Arzneistoff zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führt und in der Folge Torsade de pointes auslöst, insbes. beim Vorliegen von Risikofaktoren (Bradykardie, Elektrolytstörungen, höheres Alter) und im Falle von starker Überdosierung. Die Anwendung sollte unter Vorsicht und regelmäßiger Überwachung erfolgen, v.a. bei gleichzeitiger Anwendung weiterer QT-Intervall verlängernder Arzneistoffe.

Der Arzneistoff führt wahrscheinlich zu einer Verlängerung des QT-Intervalls, was in der Folge Torsade de pointes auslösen kann, insbes. beim Vorliegen von Risikofaktoren (Bradykardie, Elektrolytstörungen, höheres Alter). Die Anwendung sollte nur unter Vorsicht und regelmäßiger, engmaschiger Überwachung erfolgen, v.a. bei gleichzeitiger Anwendung weiterer QT-Intervall verlängernder Arzneistoffe.

Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens durch Arzneistoff und/oder Nebenwirkung, Teilnahme am Straßenverkehr und Bedienen von Maschinen eingeschränkt möglich.

Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung im 3. Trimenon der Schwangerschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht gezogen werden.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

 

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